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MUSS man gesehen habe 🙂

Klick auf’s Bild und du bist da. Das letzte mal, als ich dermaßen von Zeichnungen angetan war, war, als ich Terry Moore’s Strangers in Paradise gelesen habe – © by Yehuda Devir


 

Battle Angel Alita – oder 2019 ALITA: Battle Angel

Aus einem teils verschrotteten Kopf eines weiblichen Cyborgs baut Ido mit anderen Teilen einen neuen künstlichen Organismus. Alita. Ohne Erinnerung an irgendetwas aus ihrem früheres Leben assistiert sie Ido in Schrottstadt. Eines Tages findet sie heraus, dass sie ungeahnte Fähigkeiten im Kampf hat. Sie beschließt Kopfgeldjägerin, ein sogenannter „Hunter Warrior“, zu werden. Aufgrund von verlustreichen Kämpfen erhält sie von Ido dafür einen neuen, nahezu unbesiegbaren Körper, den er Berserker nennt und der angeblich aus dem Weltraum stammt. Mit ihren Kampfkünsten und den Fähigkeiten ihres Körpers bringt sie Kriminelle zur Strecke, vor denen selbst andere Kopfgeldjäger zurückschrecken.

So die Anfänge im Comic, besser Manga, des japanischen Comiczeichners Yukito Kishiro. Die Folgeserie hat den Titel Battle Angel Alita: Last Order. Die Geschichte wird dem Cyberpunk zugeordnet. Auf der Grundlage des Mangas wurde auch eine Anime-Serie veröffentlicht.

Rosa Salazar, Christoph Waltz und Keean Johnson in den Hauprollen des James Cameron Films, Ich bin gespannt 🙂


 


 

Don Lawrence / Trigan & Storm

Don (ald Southam) Lawrence wurde am 17.11.1928 in London geboren und verstarb am 29.12.2003 in Eastbourne, Großbritannien. Nach Schule, Militärdienst und Kunstakademie widmete er sich dem Comiczeichnen, die bildenden Künste waren nicht so sein Fall.

Er begann in den 1950er Jahren mit dem Comic MARVELMAN, einer englischen Version von CAPTAIN MARVEL. Darauf folgten Serien wie „The Sword of Eyngar“, „Olac der Gladiator“ oder „Fireball XL5“.

Da er aber lieber Science Fiction in der Tradition des Zeichners Frank Bellamy zeichnen wollte, entwickelt er Mitte der 1950er Jahre zusammen mit Mike Butterworth die Serie TRIGAN – das war sein Durchbruch, sie lief von 1956 bis 1976.

Ab 1976 widmete Lawrence sich zusammen mit Phillip Saul Dunn der Serie STORM, unter weiterer Mitarbeit von Kevin Gosnell und John Kelly (das war Dick Matena unter Pseudonym). Ab Band 10 übernahm Martin Lodewijk das Szenario der Alben, bis einschließlich Band 25, wovon Lawrence bis zu seinem Tod (2003) die Bände 1-22 zeichnete. Ab Band 23 (2007) wurde die Serie fortgesetzt von Romano Molenaar und Jorg De Vos.

Die Abenteuer von STORM und seiner Freundin ROTHAAR (gleich ab Band 1) sind, Autoren-bedingt, in zwei Zyklen zu unterteilen: Die Chroniken der Welt der Tiefe (Band 1-9) und Die Chroniken von Pandarve (Band 10 bis Heute).

Storm, der als Astronaut und Mitglied einer Jupitermission verunglückte und auf dem Rückweg quasi eine Zeitreise in die Zukunft der Erde durchmachte, kehr auf sie zurück und findet eine Welt ohne Ozeane vor.

Dafür hat sich eine barbarische Zivilisationen mit Mutanten und Monstren entwickelt. Und die Erde wird immer wieder von den außerirdischen Azuriern bedroht, die sich die verbliebenen freien Menschen als Sklaven halten (erster Zyklus).

Ab Band 10 werden Storm und Rothaar auf den, in einem Paralleluniversum befindlichen, Planeten Pandarve teleportiert, auf dem sich ihnen auch der rothäutige Prinz Nomad anschließt.

Der Planet Pandarve selbst entpuppt sich gleichzeitig auch als ein lebenden Wesen, das sich bisweilen als menschliche oder tierische Erscheinung manifestiert.

Die Storys entwickeln sich im Pandarve-Universum völlig surreal und abgedreht, da sich die physikalische Gesetze vollkommen von unseren unterscheiden, wobei sich die Handlung aber zum positiven weiter entwickelt.

Die Comics verdanken ihre große Beliebtheit in Deutschland und den Niederlanden (verkaufte Exemplare: zusammen über 2 Millionen) dem einzigartigen Zeichenstil von Don Lawrence. Er verwendete Wasserfarben (Trigan) und Gouache* (Storm).

Wer sich für Comics und SF interessiert, ist bei den Arbeiten von Don Lawrence bestens aufgehoben, unbedingt empfehlendswert.

Gouache*

Die Farbe vereint die Eigenschaften von Öl- und Aquarellfarbe. Beide Maltechniken, so gekonnt auch angewandt, haben den großen Nachteil des „erst trocknen müssens“, weshalb Lawrence für eine Seite teilweise Wochen brauchte.


 

Aktuelles Interview mit dem Epsilon-Verleger Mark Fischer zu seinem 30jährigen Verlagsjubiläum.

2018 feierst du 30 Jahre Epsilon Verlag und präsentierst mit Alkandoor 2 deine 180. Neuerscheinung. Da gibt es sicher einiges zu erzählen. Wie zufrieden bist Du mit dem, was Du in der Zeit erreicht hast?

 

Geplant habe ich natürlich viel mehr, aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Was ich plane und andere erwarten, passt leider nicht Immer zusammen und ändert sich auch mit der Zeit. Doch wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Wer gewinnt, wird glücklich. Wer verliert, wird weise. Dass ich derzeit glücklich bin, kann ich nicht behaupten. Gelernt habe ich in der Zeit eine Menge, vor allem über Menschen, auch über mich selbst.

 

 

Beginnen wir doch mit deinen Magazin-Plänen. Dein erstes Projekt war ja ein Magazin namens COMIC AS.

 

Ja, die Zeit nach ZACK war eine Zeit voller Comic Magazine. Meins war eins davon. Das bin ich aber leider viel zu naiv und experimentell angegangen. Als ich dann bei einem Zeitschriftenvertrieb vorstellig wurde, um die Nr. 3 im Bahnhofsbuchhandel unterzubringen, wurde ich gefragt, ob ich geerbt hätte, um so was zu machen. Da wurde mit verdeutlicht, dass es viel mehr Investitionen bedarf, um so ein Projekt erfolgreich auf den Markt zu bringen. Die Nr. 3 lief dann eigentlich ganz gut, aber leider nicht gut und vor allem schnell genug, um weiterzumachen.

 

20 Jahre später durftest Du dann ZACK machen, was nun auch schon wieder fast 10 Jahre her ist. Wie siehst Du deine Zeit bei ZACK und den Stellenwert des Magazins heute?

 

Das war schon toll, mit ZACK aufgewachsen zu sein und dann ZACK selber zu machen ohne das finanzielle Risiko tragen zu müssen. Das war aber auch Stress, so ein Heft jeden Monat pünktlich fertig zu kriegen, da ich auch vieles selber machen musste, was heute delegiert wird. Es war auch nicht ein Heft aus einem Guss, da ich zu viele Interessen anderer mit berücksichtigen musste. Doch gerade dadurch entstand die vielseitige Mischung, die das Heft interessant macht. Mit der Mischung aus alt und neu bin ich ganz zufrieden.

 

Mein Nachfolger hatte dann andere Prioritäten, die wohl auch besser mit der Intention des Herausgebers harmonieren. Für den Stellenwert des Magazins ist es aber eigentlich unerheblich, welcher Chefredakteur welche Comics aus-wählt. Die Verlagsstrategie ist für so ein Projekt entscheidend und die war immer schon eher auf Nische als auf Masse angelegt. Dank dieser vorsichtigen Vorgehensweise existiert das Magazin weiterhin. Die Leser können darüber froh sein. Dem Markt bringt das so nichts.

 

1997 startete deine Alben-Produktion, erst nur mit Franka, dann kamen immer mehr Serien hinzu. 64 Serien, sind das im Nachhinein nicht doch zu viele?

 

Wie alles im Leben hat auch das Vor- und Nachteile. Mit einem großen Programm erregt man mehr Aufmerksamkeit und erreicht mehr Zielgruppen. Man steht jedes Jahr an dem Punkt einerseits laufende Serien fortsetzen zu müssen und andererseits auch etwas Neues zu präsentieren. Die Kunden sind neugierig auf beides. Problematisch wird es dann, wenn das Neue nicht so gut läuft und Kapital bindet, dass man für Fortsetzungen braucht. Gilt umgekehrt aber auch. Als ich mit Franka auf dem neuesten Stand war, war die Ergänzung mit Rubine optimal. Als dann Aria und Aldebaran dazu kamen, gab es davon eigentlich genug Material, um erst mal nicht noch mehr Serien anzufangen zu müssen. Leider hat dann der Vertrieb darauf gedrängt, Aria nicht fortzusetzen, weil das angeblich keiner haben wolle. Dann kamen mit Koproduktionen und weiteren Angeboten immer mehr Serien hinzu auf der Suche nach dem nächsten Bestseller. Im Nachhinein wäre ich froh, wenn vieles davon so gut gelaufen wäre wie Aria, was noch besser gelaufen wäre, wenn ich damit weitergemacht hätte statt ständig was Neues anzufangen.

 

Von Aldebaran und den Folgezyklen Betelgeuze und Antares hast Du Einzelbände, Gesamtausgaben und Nachdrucke gemacht. Das war doch ein Bestseller. Wie landete die Serie dann bei Splitter?

 

Da bin ich leider in die Falle der Gesamtausgaben getappt. Die Gesamt-ausgaben von Aldebaran und Betelgeuze liefen sehr gut. Die Kunden wollten am liebsten alles in der Form haben. Noch bevor ich Antares startete und bevor ein Ende überhaupt in Sicht war, bekam ich immer wieder die Anfrage, ob auch Antares als Gesamtausgabe erscheinen werde. Da stand ich vor dem Dilemma mich zwischen Einzelbänden und Gesamtausgabe entscheiden zu müssen. Denn wenn ich die Anfrage bejaht hätte und dann erst mal Einzelbände gemacht hätte, wäre ich darauf sitzen geblieben. Warten konnte ich aber auch nicht mehr, weil ich gewarnt wurde, dass sich Splitter für Antares interessierte. Das Vorgehen von Leo, aus einer Serie mehrere zu machen, verkomplizierte die rechtliche Lage zusätzlich. So habe ich mich für Einzelbände im Hardcover, die formal zu den Gesamtausgaben passten, und die Aufteilung in zwei Zyklen entschieden und die ersten vier Bände innerhalb eines Jahres gebracht und mit Band 5 auf Band 6 gewartet. In der Zeit wurde mir vom Lizenzgeber die Koproduktion der Gesamtausgabe von Rubine angeboten. Dieses Angebot habe ich angenommen und während die Koproduktion lief und ich diese Koproduktionskosten auch erst mal decken musste, hat der Lizenzgeber die Rechte von Antares inklusive der von mir bereits produzierten Bände an Splitter vergeben. Damit hatte ich leider nicht gerechnet, weil ich mich auf das Frühwarnsystem verlassen hatte. Das war für mich nicht nur ein Schock, sondern auch ein großer finanzieller Schaden. Das Schlimmste daran ist, dass nun ein anderer Verlage von meinen jahrelangen Investitionen profitiert. Denn Bestseller entstehen nicht über Nacht. Als ich mit Aldebaran angefangen hatte, gab es davon schon drei Bände. Kein anderer Verlag hatte sich da ran getraut. Ich habe die dann zügig gebracht und fortgesetzt und erst dadurch die Nachfrage geschaffen.

 

Wie siehst Du denn allgemein die Konkurrenzsituation unter den Comic-Verlagen? Müsste es in einem Nischenmarkt, der fast nur aus Hobby-Verlagen besteht, nicht eher ein kollegiales Nebeneinander als ein hartes Gegeneinander geben?

 

Ja, das war auch mal so. Doch seit dieser eine Verlag angetreten ist zuverlässiger zu sein als die Großverlage, haben sich auch die Ansprüche gegenüber Kleinverlagen geändert, sowohl bei Kunden als auch bei Lizenzgebern. Der Druck immer mehr immer schneller machen können zu müssen, hat deutlich zugenommen. Dabei rede ich eindeutig nicht von höheren Auflagen. Die sind bei allen mehr oder weniger gleich. Es geht nur darum Neuerscheinungen immer schneller produzieren zu sollen, bei nicht nur gleichbleibenden Auflagen, sondern bei einer deutlichen Abnahme von Vorbestellmengen. Je mehr Titel erscheinen, desto langsamer verkaufen sich diese. Gleichzeitig soll man immer schneller produzieren. Das ist nicht gesund. Und wenn ein Verlag damit nicht mehr klarkommt, erntet er dafür kein Verständnis, sondern wird dafür noch ausgelacht und beschimpft. Und die Konkurrenz wartet nur darauf, jede Schwäche auszunutzen, um sich Bestseller anderer anzueignen.

 

Ein Ausweg aus diesem Lizenzkampf könnten ja Eigenproduktionen sein. Du hast mit Jonas Blondal 2004 deine erste Eigenproduktion gemacht und der Zeichner dafür beim nächsten Comic-Salon auch gleich einen Max und Moritz-Preis bekommen. Alkandoor 2 ist bereits deine 43. Eigenproduktion. Ist das ein Erfolgsmodell?

 

In dem kleinen deutschen Comic-Markt ist das Wachstum mit Lizenz-einkäufen nur für den deutschsprachigen Markt begrenzt. Da ist es eigentlich logisch auch Eigenproduktionen zu machen, die man auch international verkaufen kann. Dabei stieß ich allerdings auf zwei Probleme: Zum einen wollen viele internationale Verlage nur Lizenzen verkaufen und nicht einkaufen und die anderen fragen erst mal, wie es auf Deutsch läuft. Und da kommt das nächste Problem: Viele deutsche Comic-Sammler wollen keine Comics von deutschen Comic-Zeichnern. Das liegt zum einen an der Spezialisierung, die man als Comic-Sammler machen muss, weil man nicht alles kaufen kann. Da gibt es die Sammler von amerikanischen, japanischen oder frankobelgischen Comics, die sich dank des Internets auch schon im Vorfeld informieren können, was es dort schon gibt, und sich dann freuen, wenn davon etwas auf Deutsch erscheint. Sammler von deutschen Comics sind in Deutschland leider in der Minderheit derer, die überhaupt Comics kaufen. Ausnahme sind die von befreundeten Journalisten empfohlenen Graphic Novels. Alles, was nicht in diese Schublade passt, hat es schwer.

 

Ein paar dieser Eigenproduktionen werden jetzt von Kult Comics fortgesetzt…

 

Ja, die hätte ich schon gerne weitergemacht, aber diese Projekte haben sich trotz jahrelanger Investitionen meinerseits weder für mich noch die Zeichner gerechnet. Als ich ohne Bestseller wie Aldebaran u.a. keine Möglichkeit mehr zur Querfinanzierung hatte, musste ich die Zeichner gehen lassen. Unterm Strich war die Fortsetzung bei Kult Comics mit Verbleib der Backlist bei mir eine Win-win-win-Lösung für alle Beteiligten.

 

Nun ist Alkandoor 2 wieder eine Eigenproduktion und deine erste Neuerscheinung seit zwei Jahren. Wieso gerade dieser Titel und wieso die lange Pause?

 

Christine Kaiser zeichnete vier Jahre an ihrem zweiten Band. Als der dann fertig war, konnte ich natürlich nicht nein sagen oder sie wegschicken, zumal ich dringend mal wieder eine Neuerscheinung brauchte, da ohne Neuerscheinung die Auf-merksamkeit auf mein Programm und damit auch der Backlist-Umsatz weiter sinkt. Außerdem kam der erste Band gut an. Jetzt steigt der Umsatz wieder, aber mit nur einer Neuerscheinung ist mein Marktanteil natürlich zu gering. Da muss noch
mehr kommen. Das Problem bezüglich Pause und auch der Frage, wie viel ich in Zukunft machen kann, ist vertriebs-bedingt. Denn der Verdrängungswettbewerb findet nicht nur im Handel, sondern schon im Vertrieb statt. Der Handel bestellt schon lange nur noch von der Hand in den Mund. Die Verlage sollen aber immer alle Titel lieferbar halten. Der Schlüssel dazu ist das Lager. Wenn nun ein Verlag sich im Vertrieb breit macht und es sogar schafft diesen Vertrieb von seinem großen Programm finanziell abhängig zu machen, dann wird es für andere Verlage eng. Wenn dann der Vertrieb auf die Idee kommt, bei einem Verlag alle verkauften Exemplare mit nicht verkauften Exemplaren zu verrechnen und meint, der ganze Umsatz, den er mit diesen Titeln macht, gehöre ihm, während der Verlag auf den Produktionskosten sitzen bleibt, hat der Verlag gar keine andere Wahl als diesen Vertrieb zu verlassen.

 

Wechselst Du also zu einem anderen Vertrieb oder machst Du den jetzt selbst?

 

Der einzig sinnvolle Wechsel hat nicht geklappt, weil der Vertrieb seinen Lagerplatz für seinen eigenen Verlag braucht. Ich mache also jetzt auch meinen Vertrieb selbst, auch wenn das heißt, weniger zu produzieren. Denn weniger zu verkaufen und dafür Geld zu bekommen ist besser als mehr zu verkaufen und dafür kein Geld zu bekommen. Das Risiko einem Vertrieb Ware auf Kommission anzuvertrauen werde ich nicht mehr eingehen.

 

 

Als Vertrieb siehst Du dann auch, wo am meisten Comics gekauft werden. Wie ist denn da das Verhältnis Fachhandel zu Buchhandel?

 

Das entscheidende Verhältnis ist Einzelhandel zu Onlinehandel. Es gibt immer weniger Kunden, die noch in einen Laden gehen, um dort etwas zu kaufen, erst recht, wenn sie etwas Bestimmtes suchen, was der Laden dann erst noch bestellen muss. Das können die Kunden doch längst selbst bequem von zu Hause und tun das auch. Und das meiste im Internet läuft über Amazon. Das mag einem gefallen oder nicht, ist aber so. Viele Fachhändler, die nur noch auf Nachfrage bestellen und über Amazon schimpfen, sind sich gar nicht dessen bewusst, dass es ohne Amazon längst keinen Comic-Markt mehr gäbe. Mittlerweile sind längst alle Verlage und auch Vertriebe von Amazon abhängig.

Welchen Stellenwert haben für dich Messen? Auf dem Comic-Salon in Erlangen warst Du die letzten beiden Male nicht vertreten.

Je weniger man im Einzelhandel präsent ist, desto wichtiger wird die Präsenz auf Messen. Doch auch da muss man ab-wägen, ob sich das wirklich lohnt. Die meisten Werbeformen haben die Eigenschaft mehr zu kosten als sie bringen und schneller zu verpuffen als sie wirken. Der Aufwand sein ganzes Programm für wenige Tage irgendwo hinzubringen und das meiste davon wieder zurückzubringen ist enorm. Viele Jahre hatte mich meine Mutter auf Messen begleitet. Jetzt ist die Zeit gekommen, wo sie meine Begleitung braucht, um überhaupt den Alltag zu bewältigen. Da sind Messen vorläufig kein Thema für mich.

 

Weißt Du schon, wann was als nächstes kommt?

Ich weiß, was ich als nächstes machen soll. Nachdem, was in den letzten Jahren alles hinter meinem Rücken gelaufen ist, und sicher geglaubte Neuerscheinungen verspätet oder gar nicht kamen, mache ich terminliche Ankündigungen nur noch kurzfristig auf meiner Homepage.

Herzlichen Dank Mark, ich wünsche dir für die Zukunft nur das beste.


 

HEAVY METAL 1 – 37 Jahre her, „Ich werd‘ alt“ sag ich schon länger nicht mehr. 😉


 

Der Geschäftsführer der Flix GmbH Felix Görmann und der Carlsen Verlag veröffentlichen am 31.07.2018 einen Comicband. Jau, na und? Ganz einfach, Felix Görmann ist FLIX und der Comicband kein geringerer als ein Spirou & Fantasio Album. Das Album erscheint zuerst als Hardcover-Ausgabe und wird sich wohl etwas später als Band 27 in die Reihe Spirou & Fantasio Spezial eingliedern.

Spirou in Berlin – von Flix

D: 16,00 € / A: 16,50 € / Größe 22,30 x 30,00 cm / Seiten 64 / ab 10 Jahren / ISBN 978-3-551-72115-0

Verlagstext Carlsen: Ein deutscher Zeichner, der einen frankobelgischen Comicklassiker wie Spirou & Fantasio zeichnen darf, das ist eine kleine Sensation. Der beliebte Zeichner Flix versetzt die Figuren in das Ostberlin der 1980er-Jahre. Sie sind auf der Suche nach Graf Rummelsdorf, der verschollen ist, und decken dabei höchst merkwürdige Dinge auf, denn in Ostberlin werden Badewannen entführt und zudem treffen die Helden auf einen alten Bekannten…

Rasant, temporeich und mit viel Gespür erzählt Flix ein deutsches Abenteuer von Spirou und Fantasio.

Flix, Jahrgang 1976, lebt und arbeitet als freier Illustrator und Comiczeichner in Berlin. Er studierte Kommunikationsdesign und debütierte mit seiner Abschlussarbeit »held« bei Carlsen. Als Heft 1 von 4 gibt es zwar einen Vorläufer bei Zwerchfell, aber die Serie musste leider abgebrochen werden (siehe weiter unten).

Seine Zeitungsserien »Da war mal was…« und »Schöne Töchter« (beide Tagesspiegel), »Faust« und »Don Quijote« (beide F.A.Z.) liegen als Buchausgaben vor, ebenso die Kindercomicserie »Ferdinand«, die als Gemeinschaftsprodukt mit Ralph Ruthe im Kindermagazin des SPIEGELs Dein SPIEGEL erscheint. Derzeit veröffentlicht Flix den Zeitungscomic »Glückskind« jede Woche Montag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Flix’ Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Max und Moritz-Preis und dem PENG!-Preis, und in neun Sprachen übersetzt. Siehe auch: www.der-flix.de

Das Interview mit Flix wurde Ende Juni geführt. Veröffentlichungsdatum: 27.08.2018

Am meisten würde es dem Leser wohl interessieren wie du an Spirou ran gekommen bist. Der „typische“ Spirou-Zeichner bist du ja nun nicht gerade – obwohl da ja schon sehr unterschiedliche Zeichner am Gange waren.

Flix:

Was? Wieso bin ich kein „typischer“ Spirou-Zeichner? Nein, mal ganz im Ernst, wahrscheinlich ist niemand in Deutschland ein „typischer“ Spirou-Zeichner. Ganz einfach, weil wir diese Tradition an Geschichten, Stilen und dazugehörigen Zeichnern nicht haben. Aber es ging bei dem Band nicht darum, einen typischen Spirou zu machen. Sondern einen besonderen. Und da fiel die Wahl am Ende auf mich. Ich glaube, weil man jemanden suchte, der im Comic humorvoll erzählen kann und größenwahnsinnig genug ist, vor so einem Projekt nicht zurückzuschrecken.

Spirou & Fantasio im Ostberlin der 1980er-Jahre, wie bist du an die Story rangegangen? Gab es da Vorgaben vom Verlag, evtl. schon aus Frankreich?

Flix:

Ich hab überlegt, welchen zwingenden Grund gibt es, wegen dem Spirou und Fantasio nach Berlin reisen müssten. Wenn man einen realen Ort nimmt, muss man seine Historie berücksichtigen. Und da kam ich irgendwann auf die Idee, einen Entführungsfall der Stasi zu inszenieren, den die beiden Helden und ihr Eichhörnchen lösen müssen.

Gibt es weitere Pläne hinsichtlich Spirou, oder wird es ein Einzelband bleiben?

Flix:

Aktuell gibt es keine Planungen für weitere Bände. Es ist ein One-Shot mit einer in sich abgeschlossenen Geschichte.

Zum Erscheinen von „Spirou in Berlin“ wirst du den Band auf einer Premieren-Tour vorstellen. Sieht nach einer etwas aufwändigeren Sache aus, nicht die „normalen Comicläden“, sondern größere Lokations. Ist das dem bekannten Titel geschuldet? Und stehen auch Termine in Frankreich an, oder wird es bei Deutschland und der Schweiz bleiben?

Flix:

Das ist dem Titel geschuldet. Aber auch meiner Art der Buchpräsentation. Ich mache nicht so gerne Signierstunden, sondern lieber Comiclesungen. Dafür braucht man im Idealfall eine Bühne, Leinwand, Beamer, Mikro, einen abdunkelbaren Raum, Technik etc. Das haben die meisten Buch- und Comicläden nicht vor Ort. Und darum machen wir das in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Buchhandel in anderen Locations. Im Herbst bereise ich Deutschland und die Schweiz. Ob und wann es Termine in Frankreich geben wird ist noch offen.

 

Der Hannover-Termin (für die Fans vor Ort) findet bei Feinkost Lampe statt, da er in Kooperation mit Comix Hannover ist – findet bei COMIX vor- oder hinterher noch eine Signierstunde statt?

Flix:

Nach jeder Lesung signiere ich für alle, der/die eine Signatur haben möchten. Niemand geht ohne Signatur nach Hause.

Ich nehme an, deine Zeichnungen für Zeitungen und Zeitschriften sind deine Haupteinnahmequelle, wie hoch ist der Stellenwert der Veröffentlichungen beim Carlsen Verlag?

Flix:

Die Zusammenarbeit mit dem Carlsen Verlag ist ein wichtiges Standbein meiner Arbeit.

 

Auf https://flix.gibtsnichtueberall.de bietest du ja fast alles an, was man bedrucken kann, das ist Teil deiner GmbH? Das schaffst du doch unmöglich neben deiner Zeichnerei alleine, wieviele Leute sind da schon für dich tätig?

Flix:

Einzelne Sachen lagere ich natürlich aus. Ich verpacke nicht jede Bestellung selbst und ich habe jemandem, dem ich meine Buchhaltung anvertraut habe. Aber im großen und ganzen ist meine Arbeit eine One-Man-Show.

 

Ursprünglich sollte deine Diplomarbeit HELD in vier Heften bei Zwerchfell erscheinen, dort ist aber nur die Nummer 1 realisiert worden. Ich hab seinerzeit den Indie-Verlag selbst im (Karicartoon-) Vertrieb gehabt und war sehr angetan von der Geschichte, was ist da damals passiert? Warum der Wechsel zu Carlsen?

Flix:

Es war von Anfang an geplant, nach dem Erscheinen der vier „held“-Hefte eine Gesamtausgabe bei Carlsen zu machen. Als zu der Zeit der Heftmarkt zusammenbrach und Zwerchfell die Reihe nicht mehr in Heftform fortsetzen wollte, ist Carlsen eingesprungen und hat die „Held“-Gesamtausgabe vorgezogen. Was ein schöner Verkaufserfolg wurde.

 

Nun, mit dem Band Radio Ohrgasmus über B&L warst du ja eh schon fast bei Carlsen, was besseres konnte einem jungen Zeichner eigentlich nicht passieren und das beweist ja auch der jetzt erscheinende Band „Spirou in Berlin“.

Flix:

Das stimmt. 😉

 

Ich bedanke mich für die ausführlichen Antworten und wünsche dir für die Zukunft nur das Beste.

Text und Interview von Manfred Ilsemann / © by FLIX & Carlsen/Dupuis

„Seit 2005 dürfen sich – synchron zu den regulären Alben – im Auftrag von Verleger/Rechteinhaber Dupuis auch diverse andere Zeichner an den beiden Helden versuchen. Stilistisch sind ihnen dabei keinerlei Grenzen gesetzt, einzige Vorgabe ist, ein „authentisches“ Abenteuer von Spirou und Fantasio zu kreieren, und nicht etwa in die Parodie abzudriften. Die Idee dazu entstand, als man sich auf die Suche nach den Nachfolgern von Tome & Janry machte: Viele Künstler zeigten Interesse, ein Spirou und Fantasio-Abenteuer zu gestalten, jedoch keinesfalls mehrere, da unter dem Zeitaufwand ihre eigenen Serien zu leiden hätten.“ Text: Wikipedia


 

„Spider-Man“ Mit-Schöpfer Steve Ditko ist tot.
Er wurde am Freitag den 29. Juni 2018 in seiner
New Yorker Wohnung aufgefunden. Er wurde 90 Jahre alt.

 

 

 

 

 

 

Ditko erschuf in den 1960er Jahren an der Seite von Comic-Legende Stan Lee die Welt um Peter Parker und dessen Alter Egos Spider-Man. Etwas später folgten die Geschichten um den Chirurgen und übersinnlichen Helden Doctor Strange. Jüngeren Marvel-Fans sind beide Charaktere der Comics durch Blockbusterfilme bekannt.

Steve Ditko begann 1953 bei Charlton Comics professionell Comics zu zeichnen.
Dort schuf er u. a. die Figur The Question, die er 1967 erstmals im Heft
Blue Beetle #1 auftreten ließ.

Zwischen 1958 und 1966 teilte sich Ditko ein Studio mit Eric Stanton, einem Pionier der Fetischfotografie und sehr bedeutenden Bondagekünstler des 20. Jahrhunderts. Einige der Arbeiten von Stanton aus diesem Zeitraum zeigen einen intensiven künstlerischen Einfluss Ditkos. Ein paar Kritiker meinten sogar sehr deutliche Hinweise auf eine Zusammenarbeit der beiden Künstler zu sehen. Stanton gab an, Ditko habe seine Zeichnungen getuscht, was Ditko mit „Das soll mal jemand beweisen.“ kommentierte

1968 wechselte er zum DC Verlag, konnte dort aber nicht mehr an die Erfolge aus seiner Marvel-Zeit anknüpfen.

Ditko erfand dort u. a. die Charaktere Hawk & Dove und The Creeper. Später erfand Ditko noch zusammen mit dem Autor Will Murray für Marvel die Superheldin Squirrel Girl.

Beide Bilder © wikipedia.com

 


 

Charles Burns – Black Hole

Charles Burns, einer der bekanntesten und profiliertesten amerikanischen Comic-Autoren, hat mit „Black Hole“ ein grandios verzerrtes Spiegelbild amerikanischer Realität zwischen Sex, Drogen und Horror geschaffen. „Black Hole“ ist die albtraumhafte Geschichte einer Teenager-Krankheit, die grotesk verformte Gesichter und Körper zurückläßt.

Es sind die 70er Jahre, eine typische US-amerikanische Vorstadt. Die College-Studenten freuen sich auf einen schönen Sommer mit Parties, Zelten und heißen Flirts. Eine nur scheinbar perfekte Oberfläche, hinter der sich Abgründe verbergen. Denn seit kurzem grassiert unter den Jugendlichen eine Krankheit, die sich wie AIDS durch Körperflüssigkeiten, vor allem beim Sex, überträgt. Manchen Infizierten sieht man ihre Erkrankung kaum an, sie verbergen ihre Mutationen unter einem unscheinbaren Pflaster. Einige der Jugendlichen aber sind grauenvoll entstellt. Mindestens genauso beunruhigend ist jedoch, dass all das keinen zu beunruhigen scheint. Denn statt Gegenmaßnahmen zu ergreifen, ziehen sich die am schlimmsten Deformierten freiwillig in einen abgelegenen Wald zurück…

Eine Coming-of-Age-Geschichte mit Horrorelementen, ein Zeitporträt, eine Graphic Novel, die jetzt schon ein Klassiker ist – kaum jemand hat die Schrecken der Pubertät so aufregend beschrieben wie Charles Burns.

Black Hole ist in Deutschland in sechs Einzelbänden erschienen, es gibt eine sechsbändige Ausgabe im Schuber und eine Gesamtausgabe.

Text: Edition Moderne – Bei uns im Shop unter:

https://www.independent-comic-shop.de/advanced_search_result.php?keywords=Black+Hole&x=0&y=0

 


Serpieri

Paolo Eleuteri Serpieri, geboren am 29. Februar 1944 in Venedig, ist ein italienischer Maler und Comiczeichner und lebt seit vielen Jahren in Rom. Er hat Malerei und Architektur studierte.

Als künstlerische Freunde nennt er die Zeichner Bilal und Druillet.

Serpieri war als Maler Schüler von Renato Guttuso, den er heute noch verehrt. Seine Karriere als solcher begann 1966, er bekam viele guten Kritiken.

1975 wechselte Serpieri in die Welt der Comics. Neben Storys über die Geschichte des Wilden Westens arbeitete er auch an „Entdecke die Bibel“ und zeichnete Kurzgeschichten für Magazine, u.a. für L’Eternauta, Il Fumetto und Orient-Express.

Ab 1985 schuf Serpieri mit der Erschaffung seiner üppigen, erotischen Comicfigur Druuna, die in einer bizarren utopischen Welt erotische Abenteuer erlebt, sein Hauptwerk. Beginnend mit Morbus Gravis (schwere Krankheit) schuf er acht Alben, die in mehreren Sprachen über eine Million mal verkauft wurden. Er selbst tritt auch mit seinem alter ego „Doc“ in den Comics auf.

Als Einzelbänd selten zu bekommen:

Morbus Gravis 1 – Morbus Gravis
Morbus Gravis 2 – Druuna
Morbus Gravis 3 – Creatura
Morbus Gravis 4 – Carnivora
Morbus Gravis 5 – Mandragora
Morbus Gravis 6 – Aphrodisia
Morbus Gravis 7 – Der vergessene Planet
Morbus Gravis 8 – Klon

Nachdrucke der Serie in Doppelbänden (Schreiber & Leser)
Serpieri Collection – Druuna 1-4 lieferbar

Druuna X 1 & 2 / Die Phantasien des Serpieri – Bildbände

Weiter Werke auf Deutsch
Frauen im Westen
Die weisse Indianerin
Tex

Auszeichnungen: 1995 Harvey Award für das Album Carnivora

 


Bernie Wrightson

 

Anfang 2017 zog sich Bernie Wrightson (Austin, Texas) von der Zeichnerei aus gesundheitlichen Gründen zurück. Nach einer Operation an einem Hirntumor ist er am 19. März 2017 im Alter von 68 Jahren verstorben

Kein anderer prägte den modernen Horror-Comic wie Bernie Wrightson. Was Lovecraft und Poe als Autoren darstellten, war Wrightson als Comiczeichner, einzig Richard Corben konnte ihm noch das Wasser reichen.

Wenn man sich seine Zeichnungen ansieht könnte man Wrightson als Großmeister der Schraffuren bezeichnen. Seine schwarz/weiss Comics überzeugen mit Tiefe, Dynamik und einem Gespür für atmosphärische Dichte. Ebenso wie man Barks als den „guten Zeichner“ in Disney Comics sofort wiedererkannt hat, wusste man beim Hinsehen auf eine seiner Zeichnungen sofort, dass sie von Wrightson war (dasselbe trifft auch auf Corben zu).

Nach Anfängen als Karikaturist fing Wrightson 1968 für DC Comics an zu arbeiten. Dort betreute er u.a. Serien wie House of Mystery und House of Secrets. 1971 schuf er mit dem Autor Len Wein die Horror-Figur Swamp Thing, die bald als eigenständige Serie erschien. 1974 ging Wrightson zu Warren Publishing und zeichnete u.a. für Eerie, Creepy und Vampirella.

Es gibt von ihm eine Comicadaption des Filmes Creepshow von Stephen King. für Marvel eine Adaption des Romans Frankenstein, ein Spider-Man Album, ein Album mit Hulk und Das Ding sowie eine Miniserie für DCs Batman: The Cult.

Wrightson war ein Meister der Illustration und der Cover-Art. Mumien – Monstren – Mutationen, das, was wir früher schwarz/weiss im Fernseher hatten, brachte Wrightson gekonnt auf Papier und überzeugt Comicfans bis Heute.

 


Will Eisner

William Erwin Eisner wurde am 6. März 1917 in Brooklyn, New York City geboren († 3. Januar 2005, Fort Lauderdale). Er war ein US-amerikanischer Comic-Autor und Zeichner, prägte maßgeblich die Entwicklung des Comic im 20. Jahrhundert und wirkte stilbildend für viele Comic-Künstler. In dem 1978 veröffentlichte Buch Ein Vertrag mit Gott (vier Geschichten aus einem Mietshaus mit jüdischen Bewohnern) prägte er den Begriff „Graphic Novel“.

Es sei aber angemerkt, dass Richard Corbens „Bloodstar“ (eine Story-Adaption des Autors Robert E. Howard), 1976 das erste Comicbook war, das als „Graphic Novel“ angepriesen wurde – zwei Jahre vor Will Eisners „Vertrag mit Gott“. Da Eisner selbst ein Fan von Corben war, ist anzunehmen, dass er diesen Begriff nur ausgeliehen hat, und auch eben nicht zwingend von Corben selbst, sondern seinem Verlag The Morning Star Press.

Von US-Verlagen wurde 1988 ihm zu Ehren der Eisner Award ins Leben gerufen. Der Preis gilt als einer der wichtigsten, mit denen man als Comic-Künstler ausgezeichnet werden kann.

Comics (Auswahl, Deutsch), Quelle: Wikipedia

  • Falken der Meere (1936-38 die Originale)
  • Die schwarzen Falken (1940, Original)
  • Der Spirit (1940–1952, Original), acht Bände bei Carlsen (Erstauflagen).
  • Will Eisners Spirit Archive 1 bis 19 bei Salleck Publications (Reprints)
  • Kommunikation mit Pflanzen, 1980 Volksverlag
  • Leben mit Astrologie 1980 Volksverlag
  • Wie man Tod & Steuern vermeiden… und ewig leben kann 1981 Volksverlag
  • Ein Vertrag mit Gott und andere Geschichten
  • Leben mit deinen Eltern 1990 Boiselle & Löhmann
  • Signale aus einer anderen Welt 1983 Carlsen Verlag
  • New York und andere Großstadtgeschichten; Carlsen Verlag
  • The Building (1987, deutsch unter gleichem Titel 1990 Feest
  • Lifeforce 1988 Feest
  • City People Notebook 1989 Feest
  • Illustrierte Kinderklassiker, Band 3: Moby Dick 1998 Ehapa
  • Zum Herzen des Sturms 1992 Feest
  • Unsichtbare Menschen 1993 Feest
  • South Bronx, Dropsie Avenue 1995 Feest
  • Das Komplott. Die wahre Geschichte der Protokolle der Weisen von Zion 2005 DVA
  • Lebensbilder Carlsen

Sachbücher

  • Mit Bildern erzählen. Comics & Sequential art. ComicPress Verlag
  • Grafisches Erzählen. ComicPress Verlag

 


 

Léo ist Luiz Eduardo de Oliveira

Luiz Eduardo de Oliveira ist Léo, ein brasilianischer Comiczeichner und -autor.

Er ist eigentlich Maschinenbau-Ingenieur, arbeitete aber als Illustrator in der Werbebranche. Anfang der 1980er Jahre reiste er nach Frankreich, um dort Comics zu realisieren, landete aber auch zunächst in der Werbung. Aber parallel dazu veröffentlichte er schon Beiträge in den Magazinen L’Écho des savanes und Pilote.

Ab 1986 arbeitete Léo für diverse Jugendzeitschriften mit der Unterstützung von Jean-Claude Forest. 1988 zeichnete er für den französischen Comicautor Rodolphe dessen Geschichten, 13 Comicalben sind bei der Zusammenarbeit entstanden.

1993 endlich startete Léo seine erste eigene Serie, für die er neben den Zeichnungen auch das Szenario entwickelte: Aldebaran für den Verlag Dargaud.

Die fünfteilige Science-Fiction-Serie, sowie die Nachfolgeserien, erschienen in Deutschland ab April 2002 im Epsilon Verlag. Mittlerweile ist dort nur noch ein Restbestand der zweiten Serie Betelgeuze zu bekommen. Die dritte (und erste) Serie Antares, sowie der Spinoff Überlebende sind schon im Splitter Verlag lieferbar – teurer, dafür im Hardcover

Wer klare Linien mag, und auf phantastische Storys, Kreaturen und Umweltbedingungen auf anderen Planeten steht, ist mit diesen Alben bestens bedient.

Mein persönliches Fazit: Schade, Schade, Schade für den Epsilon Verlag, ich war begeistert als die Sachen von Léo dort erschienen und hätte sie auch gerne in der Form weiter bezogen. Letztlich noch nicht gescheitert, aber wohl in Schieflage geraten, scheint der Verleger Mark Fischer mit den herschenden Vertriebsstrukturen Probleme zu haben. Dazu was zu sagen, müsste man allerdings näheres wissen, kenne ich seinen ehemaligen Vertrieb doch eigentlich als zuverlässig – also werde ich mich hier geflissentlich raus halten.

Das Aldebaran-Universum:

Aldebaran (Aldébaran)
  1. Die Katastrophe (1994)
  2. Die Blonde (1995)
  3. Das Foto (1996)
  4. Die Gruppe (1997)
  5. Das Wesen (1998)
Betelgeuze (Bételgeuse)
  1. Der Planet (2000)
  2. Die Überlebenden (2001)
  3. Die Expedition (2002)
  4. Die Höhlen (2003)
  5. Der Andere (2005)
Antares (Antarès)
  1. Episode 1 (2007)
  2. Episode 2 (2009)
  3. Episode 3 (2010)
  4. Episode 4 (2011)
  5. Episode 5 (2014)
  6. Episode 6 (2016)
Überlebende (Survivants)
  1. (2011)

 


 

Die Ilsemann-Magazine

 

 

 

 

 

 

 

 

ILSEMANN – Das ultimative Comicmagazin aus Hannover – a 36 Seiten – s/w mit Farbcover – Erschienen: 1-12 und ein paar Sonderhefte

Warum nennt man ein Comicmagazin ILSEMANN? Das kam so: Mitte der 1990er Jahre im letzten Jahrhundert des letzten Jahrtausends saß der real existierende Ilsemann noch in seinem Comicladen in der Fössestr. in Hannover Linden und schlug sich mehr schlecht als recht durch´s Leben. Er hatte 1994 seinen ersten Comicband (heute würde man Graphic Novel sagen) verlegt mit dem er vorher eine Ausstellung bestückt hatte und grübelte darüber nach welche Schandtaten er als nächstes aushecken konnte. Da in seinem Comicladen auch einige Zeichner und Cartoonisten verkehrten und er noch andere kannte, lud er alle mal zu einem fröhlichen Umtrunk ein um zu sehen was man zusammen machen konnte um bekannter zu werden – er und die Zeichner.

Schnell kam man auf die (geklaute) Idee doch ein eigenes Magazin herauszugeben, er fungierte als Verleger, Michael Schlette übernahm das Layout (Michael Schlette siehe: Volle Scholle) und alle brachten Zeichnungen bei und kümmerten sich um Anzeigen zur Finanzierung.

ILSEMANN wurde, durch Anzeigenfinanzierung, kostenlos in Hannover und Umland verteilt.

# 1 hatte eine Auflage von 5000 Stück, # 2 schon 6000 und ab # 3 dann 10.000 Stück. Die Teile waren sofort nach der Verteilung in Hannovers Kneipen vergriffen und das Magazin hatte schnell Kultstatus. Minimale Reste einzelner Nummern sind noch über den Shop lieferbar (Sammlerpreise).

Über unsere Verlagspage können sie alle bei uns verlegten Titel einsehen. Bei Interesse einfach auf die Bilder klicken und sie sind direkt im Shop.

http://www.phantastische-zeiten-verlag.de

 


interaktiv…

Zeichnung von Ron „DMC“ Kruse (Ilsemann-Magazin), früher (peinlich) Hannover, heute Hamburg. Abwarten Alter, spätestens wenn ihr absauft (saufen tut, säuft? wie auch immer) kommst du zurück, bring die Nummernschilder mit ;–)

 


 

Isabel Kreitz‘ Reihe „Die Unheimlichen“

 

 

 

 

(als Herausgeberin) erschien im April 2018 im Carlsen Verlag.

„Die Unheimlichen“ hat nicht soviel mit klassischen Gruselcomics zu tun. In Band 1 der Reihe zeichnet die junge deutschen Schriftstellerin Sarah Khan als Autorin und Isabel Kreitz, neben der Herausgabe, auch als Zeichnerin eine Story aus dem heutigen Berlin.

Es folgt nicht nur die Adaption eines Klassikers von Edgar Allan Poe (Berenice), sondern auch Zeitgenössisches von Elfriede Jelinek, dessen grantelnden Caféhauszombie sich Nicolas Mahler vornimmt.

„Es war von jeher mein Traum, mit vielen Leuten zusammen an Projekten zu arbeiten. Und das ist etwas, was ich in den Zeiten der Graphic Novel, wo man als Einzelkämpfer irgendwie drei Jahre weg ist vom Fenster, sehr vermisse.“

Die Unheimlichen Band 2: Berenice

Im Grunde sieht das ganze erstmal ein wenig nach „Durcheinander“ aus, aber ich verlasse mich da voll und ganz auf den Geschmack von Isabel Kreitz und freue mich auf den von ihr gezeichneten Band 1. Lukas Jüliger sagt mir persönlich erstmal nicht viel, aber da lasse ich mich gerne von der Adaption Poes überraschen. Über Mahler könnte man so einiges sagen, aber auf den Punkt gebracht wäre wohl: Entweder man liebt ihn, oder man hasst ihn – auf mich trifft ersteres zu.

Nachdem sich der Ehapa Verlag, bis auf Mangas und ein paar Enten, vollkommen aus dem Comicbereich heraus gezogen hat, bin ich bei diesem Projekt aus dem Carlsen Verlag mal wieder positiv überrascht und wünsche ihm alles Gute.

Die Carlsen Ankündigungen:
Die Unheimlichen 1: Den Nachfolgern im Nachtleben (Hardcover)
von Isabel Kreitz (Hrsg.), Sarah Khan

Die Gruselgeschichten der jungen deutschen Schriftstellerin Sarah Khan spielen im heutigen Berlin. Wenn in ihrer Kurzgeschichte „Den Nachfolgern im Nachtleben“ die Berliner Schickeria einen verstorbenen Partylöwen ausgräbt und zu neuem Leben erweckt, um herauszufinden, ob das Nachtleben der Achtzigerjahre vielleicht besser war, dann zeigt Isabel Kreitz mit ihren Bildern erst wie schaurig diese Idee ist.

Die Unheimlichen 2: Berenice (Hardcover)
von Isabel Kreitz (Hrsg.), Lukas Jüliger, Edgar Allan Poe

In Poes „Berenice“ geht es um unerfüllte Liebe und die Frage, wohin es führen kann, wenn der ungeliebte Part die Kontrolle über sich selbst verliert. Sein Held besitzt schließlich ein Schächtelchen mit den perlweißen Zähnen der Angebeteten und erinnert sich nicht, wie er dazu gekommen ist.

Dass Lukas Jüliger den Leser ist das Reich der Otaku entführt, ist ebenso überraschend wie schlüssig, denn in dieser japanischen Fankultur ist Fetischismus selbstverständlich, aber Kontrollverlust unvorstellbar.

Die Unheimlichen Band 3: DER FREMDE! störenfried der ruhe eines sommerabends der ruhe eines friedhofs (Hardcover )von Isabel Kreitz (Hrsg.), Nicolas Mahler, Elfriede Jelinek 

 

 

 

 

 

 

Nicht jeder denkt bei der österreichischen Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek an Vampire. In dieser frühen Geschichte ist ihr mysteriöser Fremder, der in einem österreischen Provinzkaff auftaucht, tatsächlich einer. Da ist ihr Landsmann Nicolas Mahler ganz in seinem Element. Genussvoll zeichnet er den grantelnden Caféhauszombie und zitiert dabei mit leichtem Strich klassische Horrorfilme. Entstanden ist ein schön schauriges und herzzerreißend komisches Kleinod.

 


The Art of Jean Giraud (Moebius)

 


 

Gotlib, eigentlich Marcel Gotlieb (14.07.1934 – 04.12.2016), war ein französischer Comiczeichner und Cartoonist. Seine Eltern waren beide Juden, sein Vater Ervin Gotlieb wurde im Konzentrationslager Buchenwald umgebracht.

Gotlib begann 1954 mit dem Lettering von Comics, er kolorierte Kinderbücher für Edi-Monde und begann 1962 mit der Arbeit für das Comicmagazin Vaillant. Dafür schuf er auch seine erste Comicserie „Nanar und Gai-Luron“. In Deutschland erschien die Serie unter dem Titel Witzbold im Volksverlag.

Von 1965 bis 1972 arbeitete Gotlib beim Magazin Pilote und wurde bekannt mit der Serie „Les Dingodossiers“, die René Goscinny textete. Die Serie wurde 1968, nach dem Rückzug von Goscinny, mit „Rubrique à Brac“ weiterentwickelt.

1972 erschienen die ersten Folgen von Superdupont, die Gotlib gemeinsam mit dem Autor Jacques Lob konzipierte.

Für die Zeitschrift Rock & Folk entwickelte Gotlib 1971 die Serie „Hamster Jovial“ (Hamster Fidel, Volksverlag), die noch etwas abgedrehter war. Die darin gezeigte Pfadfindergruppe unter ihrem Führer sollte traditionelles Liedgut und Pfadfindertugenden lernen, was aber immer nach hinten los ging. Einerseits weil die Mädels und Jungs mehr Interesse an sich selbst hatten, andererseits artete das „traditionelle Liedgut“ immer in damals aktuellen Rock und Pop Songs aus.

Nach Differenzen mit Goscinny verließen Gotlib, Claire Bretécher und Nikita Mandryka Pilote und gründeten das Magazin „L’Écho des Savanes“, das Gotlib aber nach einem Jahr wieder verließ.

Er gründete sein eigenes Magazin „Fluide Glacial“ und darin erschienen auch wieder Folgen von Superdupont.

1976 erschien seine Serie „Pervers Pépère“ (Peter Pervers) und ein Jahr später (1977 bis 1983) veröffentlichte er in „Fluide Glacial“ die Serie Schwarze Gedanken von André Franquin.

Der Stil Gotlibs ist schlecht vergleichbar, erinnert aber ein wenig an Don Martin oder auch Kurtzman.

2008 wurde ein Asteroid nach ihm benannt.

 


Bin mir sicher, dass das einige schon kennen, aber ich glaube, nicht alle…

 


100 % Marvel – Relaunch der Superhelden / Das Marvel-Zeitalter der Comics 1961–1978
Roy Thomas, Hardcover, 23,8 x 32,4 cm, 396 Seiten, € 39,99

Als der Comicverlag Marvel im November 1961 Fantastic Four 1 veröffentlichte, sollte dies die Populärkultur grundlegend verändern. War das Superheldengenre zuvor vorwiegend eine Domäne eindimensionaler, alltagsferner Helden und schlichter Erzählstränge, schlüpften unter Federführung von Marvel-Kreativchef Stan Lee nun immer mehr komplexe und in ihren Alltagskonflikten glaubwürdige Charaktere in Superhelden-trikotagen, um den Mächten des Bösen die Kinnlade zu richten. Kurz: Der Superheld wird sozialversicherungspflichtig, wohnt gleich um die Ecke und weiß auch nicht immer weiter. Neue Helden und narrative Innovationen – eine Rezeptur, die beim Publikum ankommt: Hulk, Spider-Man, Iron Man und die X-Men erblicken das Licht der Welt, Superpatriot Captain America wird aus dem Eis befreit, in dem er seit den 1940er-Jahren überdauert hat, und die Avengers steigen zum mächtigsten Superheldenteam der Welt auf.

 

Daredevil, Dr. Strange und etliche weitere Helden kommen hinzu, und jedem folgt eine ganze Horde abgrundtief böser Schurken. Heute, mehr als fünfzig Jahre später, sind sie allesamt Ikonen der Popkultur und Megastars im Kino und den dazugehörigen Verwertungsketten, und auch ihre Ziehväter von einst, Stan Lee und Zeichner wie Steve Ditko, Jim Steranko, Jack Kirby oder John Romita, sind zu Legenden geworden.
Das Marvel-Zeitalter der Comics 1961–1978 führt mitten hinein in diese wegweisenden Jahre, in die Kinderstube von Hulk, Iron Man, Thor, Wolverine und all den anderen, eine Ära, in der das sieche Superheldengenre neu belebt und zukunftstauglich gemacht wurde. 400 Seiten voll knallharter Fakten und voller
Bildern, die dich aus den Socken hauen! Hundertpro!

 


Hermann Huppen bei der Arbeit…

 


 

Micky Holmes & Donald Watson

Januar 2018, Walt Disney, 288 Seiten, HC, Format 16,8 x 24,1 cm

Wer kennt ihn nicht? Sherlock Holmes, Arthur Conan Doyles Meisterdetektiv ist bis heute präsent in den Medien und eine Ikone der Popkultur. Auch in Entenhausen lebt der Sherlock-Mythos! Das Motiv der geigespielenden, Karomütze tragenden Spürnase bietet Stoff für zahlreiche Geschichten. So erfahren wir, dass eine Vorfahrin Daisys im jungen Arthur erst die Leidenschaft für Detektive weckte und erleben, wie Düsentrieb versucht, Meisterdetektiv Sherlock Bohns aus der Vergangenheit holen, damit dieser Onkel Dagoberts verschwundenen Opa findet. Micky Holmes löst indessen das Geheimnis des Baskerville-Hundes und auch Basil, der Mäusedetektiv, tritt auf den Plan.

 


Corto Maltese 14 – Äquatoria / Gebundene Ausgabe, 24,80 EUR

Rezension mit freundlicher Genehmigung von Jo84 (03.12.2017)

Auch der zweite Band von Texter Juan Diaz Canales und Zeichner Ruben Pellejero hätte Schöpfer Hugo Pratt (1927-1995) sicher gefallen, denn er macht wieder alles richtig. Auf der Suche nach dem „Magischen Spiegel“ eines Priesterkönigs um das Jahr 1100 reist Corto Maltese 1905 mit einer Freundin namens Aida Treat von Venedig nach Alexandria und von da aus weiter nach Sansibar und Richtung Mombasa. Wie immer wollen ihm alle möglichen Menschen unverschuldet ans Leder, er trifft aber ebenso auf neue Freunde und historische Persönlichkeiten wie Winston Churchill. Canales schafft es wieder, die Stimmung von Pratts originalem Corto Maltese auch im neuen Band einzufangen, und Pellejero nähert sich in dem 72 Seiten langen comic noch mehr dem Zeichenstil Pratts an als im Vorgängerband, ohne seinen eigenen stil koplett zu verleugnen. Elf Seiten Vorwort bzw Einführung in die Handlung mit historischen Fotos und ergänzenden Zeichnungen runden den Band ab, wie es in der Neuausgabe Usus ist.

 


 

Moynot/Malet: Nestor Burma – Blüten, Koks und blaues Blut

Zeichnung: Emmanuel Moynot · Szenario: Léo Malet
80 Seiten | gebunden | Farbe | € 18,80
ISBN: 978-3-946337-51-5

Nestor Burma gönnt sich zwischendurch eine gepflegte Ermittlung an der Côte d‘Azur in Kreisen der Adeligen, Reichen und Berühmten. Natürlich geht es hinter den Kulissen eher halbseiden zu: die Reichen bezahlen mit Falschgeld, die Prominenz paktiert mit kriminellen Banden, der Adel pfeift aus dem letzten Loch.

Unter südlicher Sonne wird es heiß für Nestor und er muss seine geschätzte Assistentin Helene aus Paris herbeirufen, die einen kühlen Kopf bewahrt.

1943 erschien Malet´s Roman 120, Rue de la Gare, der den Beginn einer Reihe um den Pariser Privatdetektiv Nestor Burma darstellt, an der er 30 Jahre schrieb. Nestor Burma wurde bekannt durch 15 Kriminalromane, die den Zyklus „Die neuen Geheimnisse von Paris“ bilden. Das ist eine Anspielung auf den bekannten Roman „Die Geheimnisse von Paris“ von Eugène Sue. Jeder der Romane spielt in einem anderen Pariser Arrondissement.

 


Crumb…

 


 

 

 

 

 

 

 

 

Micky Maus – „Café Zombo“, Hardcover, 80 Seiten, 29,00 €

Die großartige Disney-Hommage-Reihe mit ihren Interpretationen des Entenhausen-Universums durch namhafte europäische Comic-Künstler geht in die nächste Runde. „Café Zombo“ (Bd. 3) von LOISEL ist eine faszinierend-mitreißende, weil völlig andere, Geschichte im Enten-Kosmos: ein sozialrealistisches Abenteuer mit Micky, Donald und Goofy zur Zeit der Großen Depression, in dem sich die Freunde mit rücksichtslosen Investoren und wildgewordenen Kaffeetrinkern auseinandersetzen müssen.

 


Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind
(vierfarbig illustrierte Schmuckausgabe) (Hardcover)

von J.K. Rowling, Olivia Lomenech Gill, übersetzt von Klaus Fritz

Eine Weltreise durch das Reich der Tierwesen

Newt Scamanders Meisterwerk »Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind« hat schon Generationen von Hexen und Zauberern durch ihre Hogwarts-Schuljahre begleitet – so auch Harry Potter. Das Buch bietet eine unverzichtbare Einführung in die Tierwesen der magischen Welt, die Newt Scamander auf seinen Reisen erforscht hat. Von Acromantula bis Zentaur – diese wunderschöne Neuausgabe des Werks, illustriert von der preisgekrönten Künstlerin Olivia Lomenech Gill, lässt sie in ganz neuem Licht erstrahlen.

Carlsen, 29,99 €, 25,50 x 29,50 cm, 160 Seiten, ab 10 Jahre, ISBN 978-3-551-55698-1 / Neu im Dezember 2017

 


Michael Holtschulte 7. November 2017

Ich durfte heute viele schlaue Menschen bei Facebook kennenlernen, aber dieser hier ist mein Favorit:

 


It’z Funny Animation Made with Blender Animating Software. Hope You Guys Enjoy it.

 


Belloy, Marco Polo, Onkel Paul, Luc Junior, Benjamin & Benjamine, Bill Blanchart, Tom et Nelly oder Les Grands noms de l’Histoire de France kennt hierzulande fast keine Sau,

Umpah-Pah oder Tanguy und Laverdure kennen einige,
Asterix kennen alle.

Alles, was man über Alberto Alessandro Uderzo alias Albert Uderzo weiss, wurde schon geschrieben, auch Heute schon wieder haufenweise, nämlich das er Geburtstag hat, drei Jahre vor Methusalix, seinen 90sten also.

Gratulieren wir ihm also einfach mal und trinken heute Abend ein schönes Glas Wein auf ihn und seine Helden. Vergessen wir auch den genialen Schreiber von Asterix nicht – René Goscinny – ohne den die Serie nie das geworden wäre, was sie ist.

Prost Albert, Prost René, ihr habt uns Comicfreunden viel gegeben. Asterix und Obelix Latürnich!

 


Empfehlung!

DER ERSTE WELTKRIEG: DIE SCHLACHT AN DER SOMME von Joe Sacco – ISBN 978-3-03731-122-6 – Leporello mit 24 Blättern, Seiten, schwarzweiss, 29 x 22 cm, Im Schuber – Edition Moderne – Durchgehend zweisprachig Französisch/Deutsch

 

 

 

 

 

 

Die Schlacht an der Somme – Der erste Tag: In einem 7m langen Panoramabild Stunde nach Stunde aufgezeichnet!

Der 1. Juli 1916 markiert den ersten Tag der Schlacht an der Somme – allein am ersten Kampftag fielen etwa 20.000 Soldaten. Mit über einer Million getöteten, verwundeten und vermissten Soldaten war sie die verlustreichste Schlacht der Westfront während des Ersten Weltkriegs. Joe Sacco vermittelt in seinem sieben Meter langen Panoramabild einen Eindruck der blutigen Ereignisse, begleitet von einem Text des amerikanischen Historiker Adam Hochschild, der den Ablauf dieses schrecklichen Tages chronologisch schildert.

 


EIN LEBEN IN CHINA – Philippe Otié

01 Die Zeit meines Vaters
02 Die Zeit der Partei
03 Die Zeit des Geldes

Edition Moderne – 200 bis 272 Seiten, s/w, 24.00 bis 28.00 EUR – alle drei Bände lieferbar.

EIN LEBEN IN CHINA ist eine auf drei Bände konzipierte Geschichte Chinas, von der Machtergreifung Maos bis zur Gegenwart, erzählt aus der Sicht des einfachen Menschen.

Band 1 – Die Zeit meines Vaters schildert das Leben des jungen Xiao Li von seiner Kindheit in den Fünfzigerjahren bis zum Tod Maos am 9. September 1976. Der Zeichner Li Kunwu bleibt dabei sehr nahe an seiner eigenen Biografie und beschreibt anschaulich und leidenschaftlich die Auswirkungen staatlicher Kampagnen wie «Großer Sprung nach vorn» und «Kulturrevolution» auf den Alltag einer normalen chinesischen Familie.

Band 2 – Kaum ist Mao 1976 gestorben, beginnt der Kampf um die Macht innerhalb der politischen Elite Chinas, den Deng Xiaoping für sich entscheidet. Ein neues China entsteht, das seiner Bevölkerung große Flexibilität abverlangt: Was während der Kulturrevolution verpönt war wie westliche Vergnügungen, Grundbesitz oder Luxus, wird zum neuen Lebensstil in einem Land, das gerade die «sozialistische Marktwirtschaft» entdeckt Xiao Li, der «Kleine Li», durchlebt diese Zeit erst als Soldat und Kuhhirte, dann als Propagandazeichner in der Armee. Schließlich schafft er es nach mehreren Anläufen, in die Kommunistische Partei Chinas aufgenommen zu werden.

Band 3 – Die Zeit nach 1980 bringt ungeahnte Veränderungen mit sich, China erfindet die «soziale Marktwirtschaft» und holt den Vorsprung des Westens mit Riesenschritten auf. Xiao Li, der «Kleine Li», ist unterdessen zu Lao Li, dem «Alten Li» gereift, er hat eine gute Stelle als Illustrator bei einer großen Zeitung gefunden, eine Wohnung in Kunming bekommen und eine Familie gegründet. Einige seiner Freunde und Bekannten stürzen sich ins Abenteuer Kapitalismus, eröffnen Billardsalons, Restaurants oder sogar ein Mineralwasserunternehmen, für das Lao Li bald als Werbezeichner tätig wird.

Link zu unserem Shop

 


 

 


 

Aquablue ist eine der besten frankobelgischen SF-Serien der letzten Jahre. Sie setzt sich vor einem Militärhintergrund recht kritisch mit den Themen Umweltverschmutzung, Ressourcenausbeutung und Kolonialismus auseinander. Band 1 der deutschen Ausgabe erschien 1989 in der Edition phantastische Abenteuer im Feest Verlag.

Aquablue – New Era – Régis Hautière, Reno
Der vierte Zyklus der berühmten Saga um den Helden Nao.

 

 

 

12 – 01 Rückkehr zu den Wurzeln
12 – 02 Siebengestirn
12 – 03 Standard Island
12 – 04 Gan Eden
Serie läuft noch…

Fünfzehn Jahre sind vergangen, seitdem Nao die Wasserwelt Aquablue vor den Machenschaften von Texec gerettet hat, dem mächtigen Erd-Konzern, der den Planeten beinahe in eine Eiswüste verwandelt hätte. Während dieser Zeit hat er das Universum durchquert und ist einer gefährdeten Zivilsation und vom Aussterben bedrohten Rasse zu Hilfe geeilt. Doch die lange Abwesenheit hat ihn von seinem Sohn Ylo und seiner Frau Mi-Nuee entfremdet. Müde geworden von all den Reisen, kehrt Nao endlich wieder auf seinen Planeten zurück, fest entschlossen, die Bande zu seiner Familie erneut zu festigen. Doch die Rückkehr in seine Heimat verläuft nicht so friedlich wie geplant. Eine unfassbare wissenschaftliche Entdeckung vereitelt sein Vorhaben, während finstere, aus der Vergangenheit auferstandene Schatten den Himmel von Aquablue verdunkeln…

Band 1-5:
Text Thierry Cailleteau / Zeichnungen Olivier Vatine.

Der Anfang der Serie konzentriert sich auf den Kampf der Ureinwohner Aquablue´s gegen den Erdkonzern Texec, der die Rohstoffe des Planeten ausbeutet und die Bevölkerung versklavt. Die Energiewerke des Konzerns lassen den tropischen Planeten langsam vereisen, was den Tod für alle Lebewesen bedeuten würde. Nao, der Hauptprotagonist, versucht das zunächst mit Diplomatie zu verhindern, dann kommt es jedoch zum offenen Kampf.

Band 6-7:
Text & Zeichnungen Ciro Tota
Die Alben behandeln die Vorgeschichte der 1. Serie. Band 8-11Text & Zeichnungen Stéphane Brangier

 

 

 

 

 

 

Die Nachgeschichte zur Hauptserie. Der Wiederaufbau von Aquablue steht im Mittelpunkt, sowie die Gründung der Aquablue Foundation zum Schutz des Planeten, seiner Flora und Fauna und Bewohner. Großwildjäger, die bedrohte Tierarten ausrotten bilden ein neues Problem für Nao und seine Leute.

 


Alternative Facts

Mauern für Mexico – U. Raub & G. Druck
Nicht im offiziellen Handel erhältlich
36 Seiten, s/w, ca. 10,00 EUR

Raubkopien erfreuten sich schon immer einer großen Beliebtheit und in Zeiten digitaler Medien und alternativer Fakten liegt hier unserer Redaktion die neueste Ausgabe von „A Lucky Trump Adventure“ auf dem Schreibtisch.

Inhalt:
Lucky Trump erhält wieder mal den Auftrag die Daltons zurück ins Gefängnis zu bringen. Das gestaltet sich diesmal aber weitaus komplizierter als sonst, da sie irgendwie nach Mexico abgehauen sind. El Präsitente hat aber mittlerweile eine Mauer zwischen Arizona und Mexico errichten lassen und da kommt man auch von amerikanischer Seite eher schlecht als recht rüber. Aber Lucky Trump wäre nicht Lucky Trump wenn ihm das Glück nicht Hold wäre.

Fazit:
Eine wirklich gelungene Fortsetzung der Lucky Trump Reihe, die in keiner Raubkopiebibliothek fehlen sollte.

Wir bitten darum, von Anfragen nach Bezugsquellen abzusehen, das fällt unter die Rubrik geheime „Quellen der Redaktion“. Danke.

 


 

Klassiker der Comicart: Spirou und Fantasio

Spirou wurde von Rob-Vel (Robert Velter) 1938 für das gleichnamige Comicmagazin des Verlags Dupuis geschaffen. Danach führte der Belgier Jijé (Joseph Gillain) die Serie weiter. 1946 schließlich übernahm André Franquin die Serie von Jijé und führte sie zunächst im Stil seines Vorgängers weiter.

Ab 1950 kamen endlich die längeren komplexeren Abenteuern ins laufen. Fantasio wurde zum nervösen Reporter, der bei seinen Reportagen von Spirou begleitet wurde und wiederkehrende Nebenfiguren wurden eingeführt (Graf von Rummelsdorf, Zantafio, Steffani, Zyklotrop und die wohl populärste Schöpfung Franquins: das Marsupilami.

Obwohl André Franquin nicht der einzige Zeichner der Serie war, so ist er doch wohl derjenige, der den meisten Einfluss darauf hatte und immer noch hat. Er machte aus Spirou und Fantasio einen der größten Klassiker der frankobelgischen Comicliteratur und auch wenn die Titelhelden nicht von ihm stammen, wird er dennoch als der eigentliche „Vater“ der Serie angesehen, auf dessen Werk die diversen Nachfolger aufbauten.

Die zweite große Schöpfung ist der Redaktionsgehilfe Gaston Lagaffe (La gaffe = „Schnitzer“, „Ungeschick“, „Entgleisung“), den André Franquin ab Februar 1957 für das Spirou-Magazin schuf und der auch immer mal wieder Kurzauftritte in Spirou und Fantasio hatte. Die ersten beiden Gaston Alben erschienen auf Deutsch 1981 bei Carlsen.

Man könnte noch viel über die Serie Spirou und Fantasio oder auch über Gaston schreiben, aber das meiste steht schon geschrieben. In unzähligen Artikeln in unzähligen Fachmagazinen und Zeitschriften wurde über fundiertes Wissen bis hin zum größten Blödsinn aber auch alles weiter gegeben. Lest die Serie einfach selbst und lasst euch von ihrem Flair gefangen nehmen.

Spirou und Fantasie – Die Alben

00. Am anderen Ende Angst (2003 – Franquin, Fournier, Tome & Janry)
01. Der Zauberer von Rummelsdorf (1951 – Franquin)
02. Eine aufregende Erbschaft (1952 – Franquin)
03. Die Entführung des Marsupilami (1952 – Franquin)
04. Aktion Nashorn (1953 – Franquin)
05. Champignons für den Diktator (1953 – Franquin)
06. Der doppelte Fantasio (1954 – Franquin)
07. Das Versteck der Muräne (1955 – Franquin)
08. Tiefschlaf für die ganze Stadt (1956 – Franquin)
09. Goldminen und Gorillas (1956 – Franquin)
10. Das Nest im Urwald (1957 – Franquin)
11. Ein eisgekühlter Gast taut auf (1957 – Franquin)
12. Gefangen im Tal der Buddhas (1959 – Franquin)
13. Der Plan des Zyklotrop (1960 – Franquin)
14. Im Banne des Z (1960 – Franquin)
15. Tiefenrausch (1961 – Franquin)
16. QRN ruft Bretzelburg (1963 – Franquin)
17. Schnuller und Zyklostrahlen (1968 – Franquin)
18. Die Goldmacher (1970, Fournier – nur das Marsupilami von Franquin)
19. Zucker im Tank (1971 – Fournier)
20. Zauberei in der Abtei (1972 – Fournier)
21. Tora Torapa (1973 – Fournier)
22. Im Reich der roten Elefanten (1974, von Franquin, aber später erschienen)
23. Fauler Zauber in Afrika (1974 – Fournier)
24. Apfelwein für Xorien (1975 – Fournier)
25. Alles wie verhext (1977 – Fournier)
26. Kodo der Tyrann (1979 – Fournier)
27. Nichts als Bohnen (1980 – Fournier)
28. Die Eiszeit-Maschine (1983 – Nic & Cauvin)
29. Die Büchse der Pandora (1983 – Nic & Cauvin)
30. Der Lärmschlucker (1984 – Nic & Cauvin)
31. Das geheimnisvolle Virus (1984 – Tome & Janry)
32. Abenteuer in Australien (1985 – Tome & Janry)
33. Marilyn ist nicht zu stoppen (1985 – Tome & Janry)
34. Die Ruck-Zuck-Zeitmaschine (1986 – Tome & Janry)
35. Die Rückkehr des Z (1986 – Tome & Janry)
36. Jugendsünden (1987 – Tome & Janry)
37. Abenteuer in New York (1987 – Tome & Janry)
38. Die Angst im Nacken (1988 – Tome & Janry)
39. Das Tal der Verbannten (1989 – Tome & Janry)
40. Abenteuer in Moskau (1990 – Tome & Janry)
41. Vito, der Pechvogel (1991 – Tome & Janry)
42. Ein Dorf sieht schwarz (1993 – Tome & Janry)
43. Mafia, Mädchen und Moneten (1995 – Tome & Janry)
44. Jagd auf Spirou (1998 – Tome & Janry)
45. Flut über Paris (2005 – Morvan & Munuera)
46. Der Mann, der nicht sterben wollte (2006 – Morvan & Munuera)
47. Spirou in Tokio (2006 – Morvan & Munuera)
48. Zu den Ursprüngen des Z (2008 – Morvan & Munuera mit Yann)
49. Angriff der Zyklozonks (2010 – Vehlmann & Yoann)
50. Die dunkle Seite des Z (2011 – Vehlmann & Yoann)
51. In den Fängen der Viper (2013 – Vehlmann & Yoann)
52. Der Page der Sniper Alley (2014 – Vehlmann & Yoann)
53. Der Zorn des Marsupilamis (2016 – Vehlmann & Yoann)

Carlsen Classics 01. Spirou bei den Pygmäen (1950)
Carlsen Classics 02. Spirou im Wilden Westen (1952)
Carlsen Classics 03. Onkel Ottos Testament (1976)
Carlsen Classics 04. Spirou und der Roboter (1976)

Sonderband: Robinson auf Schienen (1981)
Sonderband: Die Jagd auf das Marsupilami (1988)
Sonderband: Bleib auf dem Teppich, Spirou!
Sonderband: Pass doch auf, Spirou!
Sonderband: Doktorspiele
Sonderband: Ich will doch nur dein Bestes!
Sonderband: Das macht doch nichts!

Spezialband 01. Fantasio und das Phantom (2002 – Rob-Vel / Jijé / Franquin / Fournier / Broca / Chaland)
Spezialband 02. Die steinernen Riesen (2006 – Yoann und Fabien Vehlmann)
Spezialband 03. Spirou bei den Pygmäen (1950 – Franquin)
Spezialband 04. Die Sümpfe der Zeit (2007 – Frank LeGall)
Spezialband 05. Spirou im Wilden Westen (1952 – Jijé / Franquin)
Spezialband 06. Die Gruft derer von Rummelsdorf (2007 – Fabrice Tarrin und Yann)
Spezialband 07. Onkel Ottos Testament (1976 – Jijè / Franquin)
Spezialband 08. Porträt eines Helden als junger Tor (2008 – Émile Bravo)
Spezialband 09. Operation Fledermaus (2009 – Olivier Schwartz und Yann)
Spezialband 10. Spirou und der Roboter (1976 – Jijè / Franquin)
Spezialband 11. Panik im Atlantik (2010 – Lewis Trondheim und Fabrice Parme)
Spezialband 12. Robinson auf Schienen (1981 – Franquin, Jidédem und Delporte)
Spezialband 13. Spirou auf Weltreise (2013 – Rob-Vel)
Spezialband 14. Die mysteriöse Insel (2013 – Rob-Vel)
Spezialband 15. Spirou in Amerika (2013 – Rob-Vel / Jijé)
Spezialband 16. Das Wunderpferd (2013 – Rob-Vel)
Spezialband 17. König Rakiki (2013 – Rob-Vel)
Spezialband 18. Notlandung auf Zigomus (2013 – Rob-Vel)
Spezialband 19. Die Leopardenfrau (2014 – Olivier Schwartz und Yann)
Spezialband 20. Ein großer Kopf (2015 – Makyo, Toldac und Tehem)
Spezialband 21. Fantasio heiratet Fantasio (2016 – Feroumont und Coopman)

 


 

Das doppelte Lottchen nach einem Text von Erich Kästner ist das bisher letzte erschienene Comic (2016) von Isabel Kreitz (Jahrgang 1967).

Die Geschichte sollte, wenn heutzutage überhaupt noch jemand sowas liest, hinlänglich bekannt sein.

„Als sich Luise und Lotte im Landschulheim begegnen, trauen sie ihren Augen kaum – wie ein Ei dem anderen gleichen sie sich. Also müssen sie Zwillinge sein. Ein wagemutiger Plan erwächst in ihnen: die freche Luise reist als Lotte zur Mutter und die schüchterne Lotte zum Vater. Und bei allen Turbulenzen dürfen sie ihr erklärtes Ziel nicht aus den Augen verlieren: Ihre Eltern müssen wieder heiraten!“

Hervorragende Zeichnungen und, den Farben der originalen Cover der Kinderbücher nachempfunden, eine wunderschöne Kolorierung machen den Comicband mal wieder zu einem Hochgenuss. Nach „Pünktchen und Anton“ und „Emil und die Detektive“ ihre dritte Kästner-Adaption.

Mir persönlich hat schon ihr erstes Comic von 1994 „Schlechte Laune“ (Ralf-Serie) sehr gefallen. Schwarz/Weiss, vielleicht noch etwas ungelenk, aber von sehr eigenwilliger Ausstrahlung. Isabel Kreitz erzählt darin die Geschichte des S-Bahn-Surfers Ralf, der nach einem Unfall dazu verdammt ist, sein Leben in den dunklen U-Bahnschächten zu beschließen. Fortsetzungen: „Ralf lebt! / Totenstill / Gier“

Herausragend, neben noch vielen weiteren Veröffentlichungen, erschienen 2008 „Die Sache mit Sorge“ und 2010 „Haarmann“. Alles zusammen genommen sieht man schon nur an diesen wenigen Beispielen die ganze Bandbreite ihres Schaffens und Könnens.

Unbedingter Tipp für Leute die mal abseits des Mainstreams schauen wollen.

 


Bone

Bone (Knochen) wurde 1991 von Jeff Smith geschaffen. Die Serie ist wohl die wichtigste amerikanische Comic-Neuschöpfung der 1990er Jahre und mit Preisen geradezu überhäuft worden – Womit? Mit Recht. Jeff Smith (Jahrgang 1960), der Schöpfer und Selbstverleger der Comicreihe, erhielt für Bone allein 1994 vier Eisner- und drei Harvey Awards.

Ja, die weißen Figuren, die sich Smith da ausgedacht hat, sehen ein wenig wie Knochen aus, sind aber bei weitem nicht knöchern. Die Charaktere der drei Bones, Fone Bone, Phoncible P. Bone und Smiley Bone könnten unterschiedlicher nicht sein. Fone Bone ist hilfsbereit, gutgläubig und etwas verträumt, Smiley Bone ist der Zerstreute und Sorglose und Phoncible P. Bone, genannt Phoney (englisch: Betrüger), ist der reichste und geschäftstüchtigste der ehemaliger Bewohner Bonevilles – wegen dem die drei ihre Heimat auch verlassen mussten. In seiner Art, was natürlich beabsichtigt ist, erinnert Phoney sehr an Ebenezer Scrooge (A Christmas Carol), leider macht er sich dadurch natürlich nicht gerade Freunde. Schon Carl Barks wusste den Charakter mit Onkel Dagobert (Scrooge McDuck) hervorragend ins schlechte Bild zu rücken.

Die drei Bones wurden, Dank Phoney, aus Bonevilles verjagt. Auf der Flucht kommen sie in ein geheimnisvolles Tal, in dem Menschen, Drachen, Rattenmonster und sprechende Tiere leben, aber keiner kann ihnen den Weg zurück erklären. Sie landen schliesslich bei Großmutter Buster und ihrer Enkelin Thorn und geraten mit ihnen in Auseinandersetzungen unter verschiedenen Rassen und Königreichen, die noch viel zahlreichere Charaktere umfassen und geradezu monumentale Züge annnehmen.

Viel Humor und feines Gespür für „Menschlichkeit“, fünfundfünfzig schwarz-weiß gezeichnete Kapitel, 20 Bände bei Carlsen; ein Epos der besonderen Art, den ich jedem ans Herz legen möchte, wirklich jedem. Frauen werden sich verlieben, Männer werden wieder zu Muttersöhnchen und Kinder und Jugendliche lernen Grundlagen für ein Leben miteinander.

20 Bände bei Carlsen in schwarz / weiss – 9 Bände in Farbe bei Tokiopop (auch die Kolorierung wurde ausgezeichnet) – jede Ausgabe hat ihren eigenen Flair. Des weiteren gibt es die Sonderbände „Rattenmonstergeschichten“ & „Rose“, die grundlegende Nebenstränge einflechten und zum Verstehen beitragen.

Fazit: Kaufen, solange sie noch zu bekommen sind.

 


Elender Krieg 1914-1919 GESAMTAUSGABE – Einzelband

Jacques Tardi / Jean-Pierre Verney – ISBN 978-3-03731-119-6 – 144 Seiten, Farbig, Hardcover

Jacques Tardi schildert in „Elender Krieg“ den blutigen Alltag in den Schützengräben Nordfrankreichs, in denen Millionen von Soldaten durch die furchtbaren Waffen der modernen Kriegsführung, durch Krankheit und Hunger den Tod fanden.

Die vorliegende Graphic Novel enthält umfangreiches Begleitmaterial zur Geschichte des Ersten Weltkrieges – eine Chronologie der Ereignisse, viele Fotos, Zeitdokumente und Landkarten.

„Ein erschütterndes Werk über den Ersten Weltkrieg, das nicht nur als Mahnmal, sondern dank des üppigen Anhangs auch als Geschichtsbuch bestehen kann.“ – Moritz Honert, Der Tagesspiegel – Text und Bild: Edition Moderne

Obwohl Tardi durchaus schon vorher in der Szene Beachtung fand, gelang ihm erst Mitte der 1970er Jahre der Durchbruch. Seine Comicreihe „Adeles ungewöhnliche Abenteuer“ (zehn Bände), in der seine Detailtreue bei der Illustration der Stadtlandschaften von Paris sowie der Technologie Anfang des 20. Jahrhunderts zum tragen kam, sollte dafür ausschlaggebend sein.

Ein Großteil seines Werks nimmt der Erste und Zweite Weltkrieg ein und die Adaptionen vom Kriminalgeschichten. Besonders herausstechend dabei seine Zusammenarbeit mit dem Autor Léo Malet.

 


John Difool (Moebius & Jodorowsky)

John Difool ist Privatdetektiv der Klasse R in der Schachtstadt Terra 21, die in viele übereinander liegende Ebenen aufgeteilt ist. In den oberen Bereichen wohnen die Aristos, die sozial Privilegierten, während die Masse des Volkes in ihren tieferen Ebenen vor der Glotze verblödet. Die Ebenen des „roten Rings“ sind beherrscht von Vergnügungsvierteln, der Säuresee am Grunde der Stadt zersetzt schließlich auf der untersten Ebene den Müll, sowie die Körper der zahlreichen Selbstmörder, die sich in den See stürzen.

John Difool bekommt, allem Anschein nach durch Zufall, von einem sterbenden Mutanten den Incal übergeben, einem geheimnisvollen Objekt in der Form einer leuchtend weißen Pyramide, das ihm große Macht verleihen soll. Jetzt überschlagen sich die Ereignisse und John wird von vielen, ihm unbekannten Mächten gejagt, den Techno-Technikern, dem Präsidenten des Planeten und der Revolutionstruppe Amok (mit deren Führern er sich dann zusammenschließt). Bei dem ganzen hin und her findet er auch noch einen schwarzen Incal, der den ersten vervollständigt. Nun muss er sich auch noch widerwillig auf eine Reise quer durch die Galaxis machen…

Die sechsteilige Comic-Serie des französischen Zeichners Moebius (Jean Giraud) und des chilenischen Filmemachers Alejandro Jodorowsky (Farben von Yves Chaland) wird durch den zweiten Zyklus John Difool vor dem Incal (Bände 7 bis 12) abgerundet, wurde aber nicht mehr von Moebius, sondern dem Serben Zoran Janjetov gezeichnet.

Weiter gibt es noch den Band Nach dem Incal (mit Zeichnungen von Moebius) und einen zweibändigen Abschluss (Final Incal) von José Ladrönn.

Weitere nachfolgende Serien aus dem John Difool-Universum sind Die Meta-Barone von Jodorowsky und Giménez und Die Techno-Väter von Jodorowsky, Janjetov und Beltran.

Jean Giraud alias Moebius († 10. März 2012) war ein wirklich bedeutender französischer Comiczeichner und -scenarist, der den frankobelgischen Comic stark beeinflusst hat. Hierzulande wurde er als Moebius bekannt durch den legendären Volksverlag.

Seine klassischen Abenteuercomics wie Leutnant Blueberry, die er mit Gir signierte, unterschieden sich nicht nur durch detailliertere Zeichnungen sondern auch durch einen komplett andere Zeichenstiel. Blueberry erschien auf Deutsch zuerst in MV-Comix des Ehapa-Verlags, von 1972-80 im Magazin ZACK sowie in der Zack Parade des Koralle-Verlags und kehrte später wieder zum Ehapa-Verlag zurück.

Highlights aus dem Gesamtwerk: 1982 der Zeichentrickfilm „Herrscher der Zeit“ mit René Laloux und 1988 die Parabel „Silver Surfer“ mit Stan Lee. Filmliebhabern sollte auch eine Adaption seine Arzach-Story im ersten „Heavy Metal“-Film nicht entgangen sein.

Weblink: http://www.comicworld.at/john_difool/index.htm

 


Bluthochzeit – Hermann / Van Hamme – Einzelband

Eine Familienfeier wird zum blutigen Albtraum…

 

 

Ein idyllisches Restaurant auf dem Lande. Hier hat sich eine Hochzeitsgesellschaft eingefunden, um genüsslich zu speisen. Doch die gereichten Krabben erscheinen nicht mehr frisch. Es kommt zum Streit zwischen dem Brautvater und dem Koch des Restaurants, ein Streit um die Bezahlung des Essens, der in unglaublichem Ausmaß eskaliert. Denn plötzlich finden sich Braut und Schwiegermutter als Pfand hinter den geschlossenen Türen der Gaststätte, der Brautvater und der Rest der Familie davor. Mit Waffengewalt sollen die zwei „Geiseln“ nun herausgeholt werden, alle unbeteiligten restlichen Gäste sind nun in einem belagerten Haus eingeschlossen. Und die Situation eskaliert weiter…

 

 

Bluthochzeit – Hermann / Van Hamme – Kult Editionen – Album – Hardcover – 56 Seiten – farbig (Kult Editionen ist mit der Insolvenz in 2016 nicht mehr existent)

Hermann Huppen, nur bekannt unter seinen Vornamen, begann seine Karriere als Zeichner der Serien Andy Morgan (1966–1978) und Comanche (1969–1985, beide mit dem Texter Greg) und arbeitete an der Serie Jugurtha (1967–1970) mit.

Es folgten eigene Serien wie Jeremiah (1978– / mein persönlicher Favorit, Endzeitszenario ala Mad Max in einem anarchistischen Amerika der Zukunft.) und Die Türme von Bos-Maury (1984–)

Jean Van Hamme, belgischer Autor von Abenteuerromanen und Drehbüchern und einer der erfolgreichsten Texter von Comics allgemein, zählt zu seinen kommerziell bedeutendsten Serien XIII und Largo Winch (die ich mir wohl auch noch mal vornehmen werde – beide sehr gut).

„Die Bluthochzeit“, verfilmt mit Armin Rhode – aber kein Vergleich mit dem Comic – ist ein deutsch-belgischer Film aus dem Jahr 2005, der auf dem gleichnamigen Comic basiert. Regie (auch Drehbuch) führte Dominique Deruddere.

 


Valerian und Veronique – Jean-Claude Mézières und Pierre Christin

Valerian und Veronique – Jean-Claude Mézières und Pierre Christin
Originaltitel: Valérian, agent spatio-temporel / Valérian et Laureline (Original „Ruf“-Name)

Ich empfehle als alter Comic-Hase und Liebhaber franko/belgischer Comics diese Serie gerne. Ich bin Ende der 1970er Jahre richtig von der Comicart infiziert worden,

(Comic-Art / Neunte Kunst – 01. Art: Architectur, 02. Art: Bildhauerei, 03. Art: Malerei, 04. Art: Tanz, 05. Art: Musik, 06. Art: Poesie, 07. Art: Kino, 08. Art: Fernsehen, 09. Art: Comics)

habe alles in mich rein gefressen und konnte dann in einem der ersten Comicläden Deutschlands (hier in Hannover) anfangen zu arbeiten. Comics und Science Fiction begleiten mich bis heute – wenn sich beide Artén auch noch überschneiden – bestens. Valerian und Veronique bieten beste Unterhaltung, gute Zeichnungen und gute Storys in einem. Sammlern empfehle ich die Erstauflagen – „nur“-Leser sollten sich die Gesamtausgabe zulegen. Ich würde allerdings nicht zu lange warten, noch ist sie lieferbar, aber wer weiss wir lange.

Die französische Science-Fiction-Comic-Serie Valerian und Veronique handelt von zwei Agenten des Raum-Zeit-Service, die von Galaxity, der Hauptstadt der Zukunft, aus ihre Abenteuer starten.

Der Zeichner Jean-Claude Mézières und der Texter Pierre Christin starteten die Serie Ende 1967 im Comic-Magazins Pilote (coloriert von Mézières’ Schwester Évelyne Tranlé). Sie wurde in mehrere Sprachen übersetzt.

In Deutschland erschienen die ersten Episoden 1972 als Fortsetzungen im damaligen Zack-Magazin. Seit 1978 ist die Serie beim Carlsen Verlag beheimatet. Durch die Namensänderung von Laureline in Veronique kann man manchmal irritiert werden, meist aber nur durch gezeichnete, nicht geänderte, Gegenstände. Warum der Name überhaupt geändert wurde weiss keine Sau.

Die Bände der Einzelalben sind in Deutschland, warum auch immer, in anderer Reihenfolge erschienen als im Original – in der noch aktuellen Gesamtausgabe von Carlsen wurde die französische Originalvorlage zum Druck verwand, sodass sie erstmals in richtiger Reihenfolge vorliegen.

00 Schlechte Träume
01 Die Stadt der tosenden Wasser
02 Im Reich der tausend Planeten
03 Das Land ohne Sterne
04 Willkommen auf Alflolol
05 Die Vögel des Tyrannen
06 Botschafter der Schatten
07 Das Monster in der Metro (in Original 09)
08 Endstation Brooklyn (in Original 10)
09 Trügerische Welten (in Original 07)
10 Die Insel der Kinder (in Original 08)
11 Die Geister von Inverloch
12 Die Blitze von Hypsis
13 Die große Grenze
14 Lebende Waffen
15 Die Kreise der Macht
16 Im Bann von Ultralum
17 Die Sternenwaise
18 In unsicheren Zeiten
19 Am Rande des großen Nichts
20 Das Gesetz der Steine
21 Der Zeitöffner
22 Souvenirs der Zukunft
22 sind neun Kurzgeschichten, die durch je eine gemalte Doppelseite eingeleitet werden

Sonderbände
Die Bewohner des Himmels, Hardcoverband mit vielen Hintergrundinformationen.

Jenseits von Raum und Zeit, der Sonderband versammelt alle Valerian und Veronique Kurzgeschichten die für das Taschenbuch Super Pocket Pilote geschaffen wurden.

Valerian & Veronique Spezial 01 Die Rüstung des Jakolass – Valerian gesehen von Manu Larcenet. Eigentlich stellt der Band den Beginn einer neuen Serie dar, in dem andere Künstler
einen alten Faden wieder neu aufnehmen und weiterspinnen. Eigentlich nicht schlecht, muss man aber mögen.

Gesamtausgabe (Carlsen) je 32.90 EUR
01 (Schlechte Träume, Die Stadt der tosenden Wasser, Im Reich der tausend Planeten)
02 (Das Land ohne Sterne, Willkommen auf Alflolol, Die Vögel des Tyrannen)
03 (Botschafter der Schatten, Trügerische Welten, Die Insel der Kinder)
04 (Das Monster in der Metro, Endstation Brooklyn, Die Geister von Inverloch, Die Blitze von Hypsis)
05 (Die große Grenze, Lebende Waffen, Die Kreise der Macht)
06 (Im Bann von Ultralum, Die Sternenwaise, In unsicheren Zeiten)
07 (Am Rande des großem Nichts, Das Gesetz der Steine, Der Zeitöffner)

 


Lanfeust von Troy

In der französische Comicserie um „Lanfeust von Troy“ haben alle Menschen eine magische Fähigkeit die sich irgendwann in ihrer Jugend zeigt und verfestigt.

Der junge Lanfeust aus dem Dorf Glinin hat die Fähigkeit per Gedankenkraft Metall zu schmelzen und arbeitet als Lehrling beim örtlichen Schmied. Eines Tages soll er die gebrochene Klinge eines Schwertes reparieren, das dem hochnäsigen Ritter Blaugold gehört. Als er den Elfenbeingriff der Waffe berührt, schleudert ein Energiestoß ihn in den Schmelztiegel – er überlebt das jedoch vollkommen unverletzt. Der Weise Nicolas, der Vater von Lanfeusts Verlobten C’ian, erkennt in ihm die wahre Macht das „Magohamoth“ einzusetzen, einem mächtigen Fabelwesen, das für die magischen Kräfte auf Troy verantwortlich ist – das Elfenbein scheint ein Teil von dessen Körper zu sein. Lanfeust, Nicolas und dessen beide Töchter C’ian und Cixi machen sich mit dem Troll Hebus auf, das Magohamoth zu suchen…

Der wilde Troll Hebus, der eigentlich Lanfeust und seine Freunde zum Abendessen verspeisen wollte, kann durch Meister Nicolas verzaubert werden. Seitdem hilft er den Freunden auf ihren Abenteuern und entwickelt sich mit der Zeit zu einem echten Freund. Doch ab und zu, vor allem nach übermäßigen – in Fässern gerechneten – Genuss von Alkohol, kommt seine wilde Trollseite wieder zum Vorschein, dann sollte man ihm lieber aus dem Weg gehen…

Scotch Arleston und Didier Tarquin legten damit 1994 den Grundstein für die erfolgreichen Serien rund um die Abenteuer des jungen Lanfeust und seiner Freunde und zu weiteren Abenteuern auf Troy. Acht Bände sind erschienen (abgeschlossen), an die sich (bei Carlsen) „Cixis Geheimnis“ in drei Bänden anschließt (Carlsen, vormals alter Splitter Verlag). Die Geschichte findet ihre Fortsetzung in zwei weiteren Serien: Lanfeust der Sterne und Lanfeust Odyssee – und diversen Spin-off-Serien, von denen vor allem „Troll von Troy“ erwähnenswert ist. Troll von Troy ist noch ein klitzekleines Bisschen abgedrehter und spielt in etwa eine Generation vor den Ereignissen um Lanfeust.

1 Das Elfenbein des Magohamoth
2 Thanos der Rebell
3 Schloss Blaugold
4 Der Paladin von Eckmül
5 Die Angst des Haruspikers
6 Herrscherin Cixi
7 Petauren sterben heimlich
8 Das Fabelwesen
9-11 Cixis Geheimnis – Teil 1 bis 3

 


Franka von Henk Kuijpers

Henk Kuijpers (Jahrgang 1946) ist ein niederländischer Comic-Zeichner und -Autor, der vor allem durch seine Serie Franka (zuerst bei Carlsen, später bei Epsilon) bekannt wurde. Franka ist eine Privatdetektivin und erlebt ihre Abenteuer in der Welt der Kunst, der Mode und des Films. Sie ist stets in Begleitung ihres Hundes Boris. Action und Abenteuer prägen alle Alben.

In Band 1 (Epsilon) ist Franka noch eine unauffällige Sekretärin im Amsterdamer Kriminalmuseum. Auch der Zeichenstil Kuijpers ist noch nicht entwickelt, weshalb sich Carlsen wohl seinerzeit entschloss, den Band wegzulassen. In Band 2 sieht man schon eindeutig eine Entwicklung des Zeichenstils, der sich in naher Zukunft zur Meisterschaft entwickelt. Erst in Band 13 eröffnet sie eine eigene Detektei, gelangt aber schon vorher, Dank zunehmender Kontakte, an Aufträge aus der Kunst-, Mode- und Filmbranche. Frankas Abenteuer werden im Laufe der Alben immer gefährlicher und, wie die Zeichnungen, auch immer professioneller. Der Zeichenstil von Henk Kuijpers wird im Laufe der Zeit immer geradliniger und seine Seiten sprudeln geradezu über vor Details.

 

Aus meiner Sicht ist die Serie unbedingt empfehlenswert und Dank des Epsilon Verlags (Mark Fischer) komplett lieferbar. Kleine Episode am Rande: Mit Band 10 (Epsilon) hat Mark Fischer damals die Serie von Carlsen fortgesetzt und damit quasi seinen Verlag gegründet. Ich selbst war damals kurz vor dem Zusammenschluss mit meinem heutigen Ex-Partner Ralf Heinig und mit ihm zusammen in Hamburg zu den Comictagen auf Kampnagel. Mark hatte damals keinen eigenen Stand, also gewährte ich ihm einfach an meinem Verlagsstand „Unterschlupf“. In Franka 12 „Die blaue Venus“ ließ er mich dafür kurzfristig unangekündigt als „Reporter“ auftreten – eine nette Geste, über die ich mich heute noch freue.

Carlsen Serie 1-8 (Deutsche Erstauflage 2-9, 1 nicht erschienen)

01. Das Meisterwerk, 44 Seiten, Carlsen (2) Het Meesterwerk (1978)
02. Das Geisterschiff Teil 1: Das Geheimnis der Nordwind, 45 Seiten, Carlsen (3) De terugkeer van de Noorderzon (1978)
03. Das Geisterschiff, Teil 2: Ein teuflischer Plan, 44 Seiten, Carlsen (4) De wraak van het vrachtschip (1979)
04. Der geheimnisvolle Circus 38 Seiten, Carlsen (5) Circus Santekraam (1981)
05. Das Geheimnis der Sümpfe, 44 Seiten, Carlsen (6) Het monster van de Moerplaat (1982)
06. Das Gebiss des Drachens, Teil 1: Die verschollene Expedition, 46 Seiten, Carlsen (7) De tanden van de draak (1984),
07. Das Gebiss des Drachens, Teil 2: Das verbotene Tal, 44 Seiten, Carlsen (8) De ondergang van de donderdraak (1986)
08. Mörderische Konkurrenz, 44 Seiten, Carlsen (9) Moordende Concurrentie (1990)

Epsilon Serie 1-23

01. Het Misdaadmuseum (1976), Das Kriminalmuseum, 48 Seiten
02. Het Meesterwerk (1978), Das Meisterwerk, 48 Seiten
03. De terugkeer van de Noorderzon (1978), Das Geisterschiff, Teil 1: Das Geisterschiff, 48 Seiten
04. De wraak van het vrachtschip (1979), Das Geisterschiff, Teil 2: Die Rache des Frachters, 48 Seiten
05. Het monster van de Moerplaat (1982), Das Monster des Sumpfes, 52 Seiten
06. Circus Santekraam (1981), Circus Santekraam, 48 Seiten
07. De tanden van de draak (1984), Die Zähne des Drachen, 48 Seiten
08. De ondergang van de donderdraak (1986), Im Reich des Donnerdrachen, 48 Seiten
09. Moordende Concurrentie (1990), Mörderische Konkurrenz, 48 Seiten
10. Gangsterfilm (1992), Gangsterfilm, 56 Seiten
11. De vlucht van de Atlantis (1993), Der Flug der Atlantis, 48 Seiten
12. De Blauwe Venus (1994), Die blaue Venus, 48 Seiten
13. De Dertiende Letter (1995), Der dreizehnte Buchstabe, 48 Seiten
14. Het Portugese Goudschip (1996), Das portugiesische Goldschiff, 48 Seiten
15. De ogen van de Roerganger (1997), Die Augen des Rudergängers, 48 Seiten
16. Succes Verzekerd (1999), Erfolgreich versichert, 48 Seiten
17. Eigen Risico (2001), Eigenes Risiko, 48 Seiten
18. Kidnap (2004), Kidnap, 52 Seiten

19. Het Zwaard van Iskander (2006), Das Schwert von Iskander, 52 Seiten
20. De witte Godin (2009), Die weiße Göttin, 52 Seiten
21. Het Zilveren Vuur (2010), Das silberne Feuer, 60 Seiten
22. Onderwereld (2012), Unterwelt, 48 Seiten
23. Chroom (2014), Chrome (Franka Extra), Der Cadillac Club / Harley Collection (noch nicht erschienen)

 


Transmetropolitan

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Transmetropolitan ist eine, in Deutsch zuerst beim Verlag Thomas Tilsner erschienene, Comicserie, die sich wohl am ehesten mit dem Begriff „Cyberpunk“ bezeichnen lassen könnte. Wie schon bei „Preacher“ wurde die Reihe bei Panini in Hardcover-Bänden nachgedruckt, wobei auch hier Band 1 schon wieder vergriffen ist.

Der Autor Warren Ellis und Zeichner Darick Robertson schufen die Reihe 1997 erstmals für DC Comics (Helix/Vertigo). Sie erstreckt sich über 60 reguläre Folgen und erreichte 2002 ihr Ende. In der deutschen Fassung sind auch einiger Sonderausgaben enthalten (je 2 US-Hefte plus…, Panini 5 Bände im HC).

Der Hauptcharakter Spider Jerusalem, stark an den extrovertierten und egomanischen Gonzo-Journalisten Hunter S. Thompson angelehnt, der seinem Verleger noch zwei Bücher schuldet, wird durch angedrohte Klagen gezwungen sein Dasein als langhaariger, paranoider Bergeinsiedler aufzugeben und wieder in die Stadt zurück zu kehren, wo er als Kolumnist den Kampf gegen Machtmissbrauch, soziale Missstände und skrupellose Ausbeutung aufnimmt.

Die bunte Metropole, die den Schauplatz der Reihe abgibt, ist ein absurd überdrehter Ort in bester Cyberpunk-Tradition. Menschen, mit außerirdischer DNA modifiziert, intelligente Polizeihunde, drogensüchtige Maschinen und haufenweise bizarre Subkulturen bestimmen das Bild. Bewaffnet mit Foto-Brille und Laptop stellt Spider Jerusalem mit ätzenden Worten seine selbsterkorenen Widersacher an den Pranger. Im Laufe der Handlung gesellen sich Spider Jerusalem zwei weibliche Mitstreiter hinzu, Channon Yarrow und Yelena Rossini.

Die Serie ist so was von überdreht wie nur möglich und stellt dadurch einen wahren Höhepunkt der Comic-Art dar. Zeichner Robertson hat Hunderte von Comics in seinen über zwanzig Jahren in der Branche illustriert. Seine Arbeit reicht von Science Fiction seiner eigenen Schöpfungen, bis hin zu renommierten Klassiker von Marvel und DC.

PS. Bei den deutschen Covern fehlen noch einige Varianten. Wie abgebildet ist es ein Angebot aus einem unserer Shops.

 


Kuriositäten…

 

 

Die Serie „Der Schwarze Kanal“, von der in Deutsch nur dieser eine Band erschienen ist, wurde von Christin & Mezieres erdacht und künstlerisch geleitet, ansonsten aber von Nachwuchskünstlern erarbeitet, was auch Sinn dieses Projekts war.

Hier aber die Seite 20 des Albums, die kein geringerer als Moebius beigesteuert hat.

Crossover-Zeichnungen gab es zwischen Moebius, Mezieres und auch Bilal immer wieder mal, was wohl nicht unerheblich am gemeinsamen Autor Christin lag.

 

 


Preacher – Garth Ennis und Steve Dillon

Die amerikanische Comicserie Preacher lässt sich in kein Genre einfügen, sie ist ein wilder Mischmasch aus Noir, Western, Horror, Fantasy, Splatter, einer gehörigen Prise schwarzem Humor und dem Einsatz von exzessiver Gewalt, das es eine wahre Freude ist. Bitte nicht missverstehen, ich bin absolut gegen Gewalt, aber ich habe diese Neigung auch schon bei anderen Bekannten festgestellt, die kreativ tätig sind.

 

 

 

Die Hauptfiguren der, in den USA der Neunziger angesiedelten Preacher-Serie, sind der ehemalige Prediger Jesse Custer, seine Freundin Tulip und der irischstämmige Vampir Cassidy – einige Episoden spielen auch in Europa.

Eine „im Himmel“ stattfindende Rebellion von Engeln setzt eine Folge von Ereignissen in Gang, in deren Mittelpunkt unsere drei Protagonisten eher gegen ihren Willen geraten, was sie in Folge mit diversen Gegnern in Konflikt bringen wird. FBI-Beamte, Redneck-Sheriffs, der „Heilige der Killer“, einem perversen Südstaaten-Familienclan sowie einer faschistischen Organisation die von Kirchen-Oberen beeinflusste ist, diese wollen natürlich die Weltherrschaft an sich reißen – der schlimmste aber ist Gott höchstselbst.

Autor der Serie ist der Nordire Garth Ennis, der zusammen mit dem britischer Comiczeichner Steve Dillon (22. März 1962 – 22. Oktober 2016) diesen Roadmovie kreierte. Als dritter im Bunde ist Glenn Fabry, ein preisgekrönter (Eisner Award) britischer Comic-Künstler, der bekannt ist für seine detailreichen, realistischen Arbeiten – er übernahm das Cover-Artwork.

Preacher (Vertigo) erschien in Deutschland zuerst bei der Edition Comics Speedline und steht in einer neuen Edition bei Panini kurz vor ihrer Vollendung – leider ist auch diese Serie nicht mehr vollständig lieferbar.

Seit Mai 2016 wird eine Serienverfilmung des Comics auf dem US-amerikanischen Sender AMC ausgestrahlt. Dazu kann ich allerdings nicht viel sagen, hab leider noch nichts gesehen. Ohne da vorab viel rum unken zu wollen nur soviel: Eine Verfilmung wird den Flair des Comics nicht gerecht werden können, also in dem Fall lieber beim Original bleiben.

Manfred Ilsemann, 13.01.2017

 


 

Aller Anfang ist leer, das gilt es zu füllen und so werden hier in naher Zukunft News aus dem Comicbereich erscheinen, Rezensionen, Interviews, Comic- und Serienvorstellungen, Specials, Gastbeiträge und vieles mehr.

Manfred Ilsemann​ hat Anfang der 1980er angefangen im Comicbereich zu arbeiten, anfangs beim legendären „Trivial Book Shop“ (der damals noch nicht so hieß), später selbstständig als „Karicartoon“ und noch später und jetzt noch als „www.phantastische-zeiten.de“  (-verlag.de).

Der Verlag „Phantastische Zeiten“ (vormals „Karicartoon“) wurde 1994 mit der Veröffentlichung von Viktor Skoff (Gregor M. Hoffmann) ins Leben gerufen. Daraus hervor gegangen sind die ILSEMANN Comic-Magazine (12 Ausgaben und Spezialnummern) und HIT COMICS (25 Ausgaben, wurde weiter geführt) und diverse Einzeltitel und Kurzserien.

 


 

Das Projekt „Comic Channel“ ist Mitte Januar 2017 auf Facebook gestartet, dort aber, durch diverse Verlinkungen, wesentlich umfangreicher. Hier erscheinen nur eigene Beiträge, die aber auch nicht unbedingt chronologisch aneinander gereiht sind. Einiges ist in abgewandelter Form schon früher auf anderen Plattformen erschienen. Anregungen und Kritik nehmen wir gern entgegen, allerdings lehnen wir ein Kontaktformular (Datenschutz) ab. Melden sie sich gerne per Mail (Impressum), auch wenn sie einen Gastbeitrag beisteuern wollen.