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Musik ist Geschmackssache – lässt sich nicht drüber streiten. Mein Geschmack ist natürlich auch meinem Alter geschuldet. Als Kind in den 50er und 60er Jahren aufgewachsen wurde ich mit handelsüblichen Rock ‘N’ Roll ala Bill Hailey und Elvis Presley sozialisiert, meine Oma, bei der ich auch zeitweilig wohnte, hat es dann allerdings mit Heintje übertrieben (“Warum kannst du nicht auch so sein?” Mamma…).

Der Blog geht ganz unten los, zeigt zuerst ein wenig aus meinen Musikanfängen und wird allmählig aktueller…

Ilsemanni bei You Tube – selbst gefilmtes oder Projekte von mir.

 

 


19.09.2019 – Seeed… Im Oktober 2019 erscheint das neues Album BAM BAM, dessen erste Single Ticket (April 2019) dem verstorbenen Sänger Demba Nabé gewidmet wurde. Die zweite Single Lass sie gehn (Video) erschien im Juli 2019.

Seeed sind (waren) Pierre Baigorry alias „Enuff“ alias „Peter Fox“, Demba Nabé (†) alias „Ear“ alias „Boundzound“ und Frank A. Dellé alias „Eased“ alias „Dellé“. Die jeweils ersten Pseudonyme steht laut Peter Fox nicht als Abkürzung für die Sänger („Enuff“, „Ear“ und „Eased“), was aber den Angaben im Booklet ihres ersten Albums widerspricht. Daraus, und aus den Musikstilen Sub und Dub, soll sich der Name SEEED zusammen setzen.

Wie dem auch sei, das einem alten Typen wie mir diese Band gefällt, ist wahrscheinlich nicht selbstverständlich. Aber die Mischung aus Reggae, Dancehall, Hip-Hop und Ska, die Videos und die fantastische Live-Besetzung haben mich zum Fan gemacht, der auch die Solo-Projekte der drei Sänger interessiert verfolgt hat. Zur Musik des neuen Videos gefällt mir auch das halb gezeichnete Endzeitambiente ala Moebius – was will ein alter Comic-Hase mehr. Und wenn einem dazu noch weit über 50 % der bisherigen Veröffentlichungen einer Band gefällt, ist das mehr, als ich von den meisten anderen Bands behaupten kann.

   

 


14.08.2018 – The Blues Band ist eine britische Blues- und Rockband, die 1979 von den schon anderweitig erfolgreichen Musikern Paul Jones, Tom McGuinness und Hughie Flint (McGuinness Flint) mit Dave Kelly und Gary Fletcher gegründet wurde. Sie ist, mit nur einer Umbesetzung, noch immer aktiv.

Da ich ja Shopmäßig ein wenig für Fury in the Slaughterhouse unterwegs bin ist mir seinerzeit natürlich der Song When I’m Dead and Gone ins Ohr gestochen. Altermäßig kannte und liebte ich das Stück natürlich schon seit 1970 von McGuinness Flint – und somit später auch The Blues Band, die ich Live in der damaligen ROTATION in Hannover gesehen habe. Eines meiner beeindruckensten Konzerte die ich live gesehen habe und in der Rota war ich damals Stammgast.

 


13.08.2018 – Dub FX (Benjamin Stanford) ist ein australischer Beatboxer und Live-Looping-Künstler. Logischerweise bin ich bei You Tube, wo ich öfters rumhänge, über ihn gestolpert und da speziell über die Live-Stücke ‘Soothe Your Pain’ und ‘Made’. Beide sind leider mal wieder gesperrt, sonst hätte ich die verlinkt, aber das 2016er Stück bringt seine Stimme auch ganz gut zur Geltung.

Der aus dem Melbourn stammende Stanford spielte und sang zunächst bei der Band Twitch und zog dann nach Europa, wo er eine Solokarriere begann. Er bewirbt seine Musik ausschließlich durch seine Liveauftritte, über Mundpropaganda in sozialen Netzwerken und mit ein paar kostenlosen Musiksamples. Stanford ist einer der Gründer des Labels Convoyun.ltd, das neben seinen eigenen Werken auch Musik von Künstlern wie Flower Fairy, Sirius und Mr Woodnote veröffentlicht hat. Alle Alben des Labels wurden von Dub FX produziert.

 

 


 

 

Pause, am Zwischenraum wird nach und nach gearbeitet…

 

 


007) TRIO

Am 20. Oktober 1981 erschien das Album „Trio“ der gleichnamigen Band aus Großenkneten mit vollständige Privatadresse und Telefonnummer.

Ihr erstes Konzert gab Trio allerdings schon am 20. Dezember 1980 im Großenknetener Gasthaus Kempermann und tingelte danach durch Norddeutschland.

Anfang 1981 produzierte die Band selbst eine 10″-Demo-Mini-LP mit drei Stücken, mit der sie sich bei zahlreichen Plattenfirmen bewarb, doch mehr als 20 Absagen kamen nicht dabei heraus. Trotzalledem kamen sie schließlich bei der Phonogram unter und kein geringerer als Klaus Voormann wurde ihr Produzent (und späterer Bassist). Auf der Platte selbst tauchten nur die Namen Remmler und Krawinkel als Autoren, sowie Voormann als Produzent, auf – Peter Behrens wurde mit keiner Silbe erwähnt.

Der auf’s minimalistische reduzierte Musikstil und die, in kleinen Clubs bis in die Perfektion geprobte, Bühnenshow gaben ihnen schließlich Recht und führten zu beachtlichen Erfolgen.

Für mich persönlich war die Musik von Trio mit ihren teilweise bescheuerten, teilweise anarchistischen Texten, eine neue Dimension, die ich für mich selbst auch im Übungsraum umsetzte. Das aber eher notgedrungen, da ich häufig alleine da rum saß. Mein damaliger Übungsraum war ca. 100 qm groß, ein ehemaliger Partykeller unter den heutigen Caritas Werkstätten am E-Damm in Hannover, in dem zu der Zeit der erste ambulante Pflegedienst für Behinderte aufgebaut wurde.
Drums und Verstärker hatten wir einander gegenüber aufgebaut, also setzte ich mich mit Gitarre (teilweise auch Bluesharp) und Mikro hinters Schlagzeug und konnte mich mit den Füssen noch rhythmisch begleiten – quasi eine Einmannband. Jon Symon lässt grüßen 😉

Ach ja, Trio:
Drei Studioalben, diverse Singles und Maxis, viele davon auch in englischen Versionen erschienen, waren durchaus beachtliche Erfolge.

Für mich waren die “Ohrwürmer” hingegen gar nicht so maßgebend. Mein absolutes Lieblingsstück wurde “Sabine Sabine Sabine”, ein fingiertes Telefongespräch mit einer ehemaligen Freundin, wobei nur die Stimme des Mannes zu hören ist. Es existiert auch eine Gegenversion…

Und “Wake Up” – Das Stück erschien als Beitrag zu einer Compilation von Yoko Ono-Kompositionen, die später nur in den USA veröffentlicht wurde.

Sollte jemand mal den Film “Electric Dreams” gesehen haben, Kralle synchronisierte der Computer “Edgar”.

Für mich stellt Trio deutsche Rockgeschichte dar, wobei es mir egal ist, wie andere über die Band denken – es war für mich ein Stück Lebengefühl der 1980er.

 


006) Humble Pie

war 1969 (gegründete) für mich der Hammer. Die britische Rockband stellte, obwohl ich das damals noch nicht wusste, für mich alles dar, was ich mal werden wollte.

Meine eigene Musikphase begann allerdings später. Meine ersten Griffe lernte ich von Francis Buchholz (Bass, Scorpions), der damals in der Titusgemeinde (Hannover Vahrenheide) seinen Zivildienst ableistete und ich nach der Konfirmation noch rum hing – der Beginn meiner Freundschaft mit selbst Musik machen. Aber erstmal machte ich eine kleine Tour als Roadie der Scorpions mit, die zu der Zeit ihre erste LP unter dem Namen draussen hatte und Vorband von Eric Burton and War war.

Coole Sache, das – ich fuhr mit im Bandbus, sagen wir mal Kleintransporter, konnte Rudolf beim Üben zusehen und ihm hinter der Bühne die Gitarren stimmen und von Backstage Eric Burton sehen. Was will man in dem Alter mehr, 1973 war ich 17 Jahre alt. Witzig war ihr Übungsraum im Keller einer Schule in Langenhagen, Klaus Meine war der einzige, der dort aufrecht stehen konnte 😉 Heute kennt mich von denen keiner mehr…

Aber ich schweife ab, wie immer – Humble Pie.

Die Band wurde, wie gesagt, 1969 in London gegründet und setzte sich aus bereits anderweitig bekannten Solisten zusammen.

Der Sänger und Gitarrist Peter Frampton (The Herd) und Jerry Shirley (Apostolic Intervention), der Schlagzeuger, der auch sang und Keyboards, Vibraphon, Bassgitarre und Gitarre spielte, taten sich zusammen um eine neue Formation zu gründen. Steve Marriott (u.a. Gitarre, Gesang, Keyboards, Harmonica) hatte die beiden zusammen gebracht und als er sich von den Small Faces trennte, fragte er, ob er mitmachen könne. Dafür konnte er auch noch den Sänger, Gitarristen und Bassisten Greg Ridley (Spooky Tooth) gewinnen. Aufgrund ihrer Zusammenstellung konnte man die Band als Supergroup bezeichnet, was ihr Name aber eher wieder negierte, bezeichnete man so volkstümlich doch ein Arme-Leute-Essen.

Ihre Debütsingle Natural Born Boogie erreichte in England Platz 4 der Single Charts und war ein richtiger Hit. Rock, Folkrock (mit Blues-Einflüssen) war ihr Stil und meine späteren groben Einflüsse, selbst Musik zu machen.

 


005) Die Single “Let it be” war 1970 für mich eine Offenbarung. Eigentlich aber nicht die A-Seite, die sich selbst schon von der LP-Fassung unterscheidet, sondern eher die B-Seite, die jahrelang auf keiner LP auftauchte. Die Single-Fassung selbst ist von Lennon stark gekürzt worden und die ursprüngliche Version wurde schon 1967 eingespielt. Erst 1996 wurde eine längere Stereo-Fassung veröffentlicht, auf der aber wiederum Teile der Single-Fassung fehlen. Kuddelmuddel schlechthin, was aber der damals schon in Trennung befindlichen Band geschuldet war.

Der (ganze) Text von “You Know My Name (Look Up the Number)” stand auf einem Telefonbuch als “Logo”, den Lennon einfach für sich vereinnahmte.

Auf der B-Seite spielt übrigens auch Brian Jones von den Stones mit. Eigentlich wurde von ihm erwartet, dass er eine Gitarre zur Session mitbringen würde, stattdessen tauchte er mit einem Saxophon auf. Der Rest ist Geschichte…

Ich habe mich beim Video unten für die Single-Fassung entschieden, da sie für mich jahrelang die überhaupt einzige war. Die später veröffentlichte Stereo-Fassung ist ca. 2 Minuten länger und ist vom Zusammenschnitt nicht ganz so flüssig.

 


004) Liedermacher waren damals total angesagt und vieles hat mir auch sehr gut gefallen… Gerade weil die Inhalte in der Regel Bezug zur Erfahrungswelt des Musikers haben und teilweise sehr persönlich oder auch politisch sind, konnte man eine Menge für sich selbst rausziehen, auch das hat mich nachhaltig geprägt. Gesellschaftskritische und politische Sänger und Komponisten waren da in der Hauptsache meine.

Einige habe ich dann später auch Live gesehen, Hans Dieter Hüsch zum Beispiel, oder, wen wundert’s als Hannoveraner, Dietrich Kittner. Das Hannoversche Leine Domizil war damals Anlaufpunkt mehrerer Künstler, die aber mehr der Blödelszene zuzurechnen waren, Karl Dall hätte ich da beinah mal umgerannt, der mit Hans Werner Olm unterwegs war, oder auch Ulrich Roski – der ist aber in so ‘nem Waldlokal aufgetreten, wo es lang und schmutzig Obstweine gab. Die Auftritte waren meist ziemlich feucht/fröhlich und mit viel Kopfaua am nächsten Morgen gesegnet.

 


003) Purist bin ich beim schallplattensammeln nie gewesen, ich habe meine Platten gehört und teilweise später bei Feten aufgelegt, sodass ich sicher sein konnte “meine” Musik zu hören. Wobei mein Geschmack im Laufe der Zeit schon vielfältig geworden ist.

Ein Jahr in Gifhorn (mit 16) hat mich mit anderen jungen Menschen zusammen gebracht, die mehr in die Schule investiert haben als ich. Das hat mich nicht nur intellektuell weiter nach vorn gebracht, sondern auch meine Hörgewohnheiten verändert. In der “Disco” habe ich mehr die damals harten Sachen bevorzugt, Uriah Heep, Black Sabbat, Deep Purple und Konsorten, auf Feten wurde mehr Folk gehört, auch Irish Folk und Liedermacher, worüber ich später zu Leuten wie Woddy Guthrie und Bob Dylan kam und über die zum Blues und Bluesrock.

Ein Album aus der Zeit gehört immer noch zu den bevorzugten von mir: Made in Japan.

 


002) Mit 10 Jahren beschloss ich dann mir einen eigenen Musikgeschmack zuzulegen. Das passte gut mit meinem Geburtstag, einen “Mister Hit” Plattenspieler und etwas Bargeld zusammen, die ich geschenkt bekam. Pech gehabt liebe Umwelt und Mitmenschen – das haben alle bereut, bis Heute, Musik muss laut sein, jedenfalls so lange es meine ist…

Tja, zu der Zeit musste man sich entscheiden: Beatles oder Stones,

meine erste eigene Single war Lady Madonna, die Stones kamen erst später…

 


001) Im Fernsehn halfen schon die Monkeys weiter und ich fand Michael Nesmith war ein gutes Vorbild – obwohl, oder gerade weil, er ‘ne Pudelmütze trug, die ich für mich verabscheute, ich habe Locken, das passt nicht zueinander. Desderwegen habe ich im fortgeschrittenen Alter immer noch lange Haare, da sieht man das nicht so, jedenfalls mit Föhni. Lach nich Glatze, ich hab wenigstens noch welche.